Piratenpartei Köln

Kreisverband Köln im Landesverband NRW der Piratenpartei Deutschland

Bundesprogramm

parteiprogramme-960x240

Stand: 29.11.2012

  • 2.1 Mehr Teilhabe
  • 2.2 Neue Wege erkennen
  • 2.3 Gewaltenteilung und Freiheit stärken
  • 2.4 Mehr Demokratie beim Wählen
  • 3 Urheberrecht und nicht-kommerzielle Vervielfältigung
  • 4 Patentwesen
  • 5 Freie demokratisch kontrollierte technische Infrastruktur
  • 6 Teilhabe am digitalen Leben
  • 7 Privatsphäre und Datenschutz
  • 8 Transparenz des Staatswesens
  • 9 Freier Zugang zu öffentlichen Inhalten
  • 10 Bildung
  • 11 Wissenschaft und Forschung
  • 12 Recht auf sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe
  • 13 Geschlechter- und Familienpolitik
  • 14 Umwelt
  • 15 Landwirtschaft
  • 16 Für die Vielfalt in der Gesellschaft
  • 17 Gesundheitspolitik
  • 18 Drogenpolitik
  • 19 Suchtpolitik
  • 20 Jugendschutz
  • 21 Whistleblowerschutz
  • 22 Recht
  • 23 Informationsfreiheitsgesetze
  • 24 Wirtschaft und Finanzen
  • 25 Rentenpolitik
  • 26 Europa
  • 27 Außen- und Sicherheitspolitik

    Präambel

    Im Zuge der Digitalen Revolution aller Lebensbereiche sind trotz
    aller Lippenbekenntnisse die Würde und die Freiheit des Menschen in
    bisher ungeahnter Art und Weise gefährdet. Dies geschieht zudem in
    einem Tempo, das die gesellschaftliche Meinungsbildung und die
    staatliche Gesetzgebung ebenso überfordert wie den Einzelnen selbst.
    Gleichzeitig schwinden die Möglichkeiten, diesen Prozess mit
    demokratisch gewonnenen Regeln auf der Ebene eines einzelnen Staates
    zu gestalten dahin.

    Die Globalisierung des Wissens und der Kultur der Menschheit durch
    Digitalisierung und Vernetzung stellt deren bisherige rechtliche,
    wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen ausnahmslos auf den
    Prüfstand. Nicht zuletzt die falschen Antworten auf diese
    Herausforderung leisten einer entstehenden totalen und totalitären,
    globalen Überwachungsgesellschaft Vorschub. Die Angst vor
    internationalem Terrorismus lässt Sicherheit vor Freiheit als
    wichtigstes Gut erscheinen – und viele in der Verteidigung der
    Freiheit fälschlicherweise verstummen.

    Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und
    Kultur und die Wahrung der Privatsphäre sind die Grundpfeiler der
    zukünftigen Informationsgesellschaft. Nur auf ihrer Basis kann eine
    demokratische, sozial gerechte, freiheitlich selbstbestimmte, globale
    Ordnung entstehen.

    Die Piratenpartei versteht sich daher als Teil einer weltweiten
    Bewegung, die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will.

    Die Piratenpartei will sich auf die im Programm genannten Themen
    konzentrieren, da wir nur so die Möglichkeit sehen, diese wichtigen
    Forderungen in Zukunft durchzusetzen. Gleichzeitig glauben wir, dass
    diese Themen für Bürger aus dem gesamten traditionellen politischen
    Spektrum unterstützenswert sind, und dass eine Positionierung in
    diesem Spektrum uns in unserem gemeinsamen Streben nach Wahrung der
    Privatsphäre und Freiheit für Wissen und Kultur hinderlich sein
    würde.
    Zum
    Seitenanfang

    Mehr Demokratie wagen

    Die Piratenpartei Deutschland sieht Demokratie als die
    bestmögliche Herrschaftsform, da nur eine echte Demokratie ein
    faires und gerechtes Miteinander sowie den Ausgleich der Interessen
    Einzelner innerhalb des Staates ermöglicht.
    Zum
    Seitenanfang

    Mehr Teilhabe

    Wir Piraten streben eine möglichst hohe demokratische
    Gleichberechtigung aller Menschen an. Deswegen ist es Ziel der
    Piratenpartei, die direkten und indirekten demokratischen
    Mitbestimmungsmöglichkeiten jedes Einzelnen zu steigern und die
    Partizipation jedes einzelnen Mitbürgers an der Demokratie zu
    fördern.
    Zum
    Seitenanfang

    Neue Wege erkennen

    Digitale Medien erhöhen die Geschwindigkeit des
    Informationsaustausches in der Gesellschaft enorm. Es ist in der
    heutigen Zeit ein Leichtes, große Mengen an Informationen zu
    durchsuchen und jedem zugänglich zu machen. Das alles ermöglicht
    ganz neue und vorher undenkbare Lösungsansätze für die Verteilung
    von Macht im Staate; vor allem dezentralere Verwaltungen und die
    Einführung verteilter Systeme werden auf diese Weise stark
    vereinfacht.

    Die digitale Revolution ermöglicht der Menschheit eine
    Weiterentwicklung der Demokratie, bei der die Freiheit, die
    Grundrechte, vor allem die Meinungsfreiheit sowie die
    Mitbestimmungsmöglichkeiten jedes Einzelnen gestärkt werden können.
    Die Piratenpartei sieht es als Ihre Aufgabe an, die Anpassung der
    gelebten Demokratie in der Bundesrepublik an die neuen Möglichkeiten
    des 21. Jahrhunderts zu begleiten und zu gestalten.
    Zum
    Seitenanfang

    Gewaltenteilung
    und Freiheit stärken

    Eine möglichst große und sinnvolle Gewaltenteilung im Staat
    erachten wir Piraten als absolut notwendig. Gerade die Unabhängigkeit
    der Judikative, vor allem des Bundesverfassungsgerichtes, gilt es zu
    stärken und zu fördern, da es sich mehrfach als Schützer der
    Grundrechte der Einzelnen vor Legislative und Exekutive erwiesen hat.

    Wir Piraten sind überzeugt, dass die Gemeinschaft einzelne
    Mitbürger nicht bevormunden darf. Damit der Bürger eine wohl
    überlegte Entscheidung treffen kann, benötigt er eine gute,
    dezentrale, möglichst unabhängige, vielstimmige und stets wachsame
    Publikative aus Presse, Blogs und anderen Formen von medialer
    Öffentlichkeit. Sie ist daher für das einwandfreie Funktionieren
    der Demokratie unabdingbar. Diese kritische Publikative zu
    ermöglichen und vor Einschränkungen zu schützen, sehen wir als
    wichtige Aufgabe des Staates und eines jeden Demokraten an.

    Im Gegensatz zu Bevormundung ist es die Aufgabe des Staates, die
    Grundrechte des Einzelnen zu achten und zu wahren und ihn vor
    Grundrechtseinschränkungen, auch gegenüber der Mehrheit, zu
    schützen. Die Freiheit des Einzelnen findet dort seine Grenzen, wo
    die Freiheit eines anderen unverhältnismäßig beeinträchtigt
    wird.
    Zum
    Seitenanfang

    Mehr Demokratie
    beim Wählen

    Wir Piraten setzen uns für mehr Freiheit und Unabhängigkeit des
    einzelnen Abgeordneten in den Parlamenten ein. Um Fraktionsdisziplin
    und Parteiendruck zu verringern, muss der Einfluss der Wähler auf
    die personale Zusammensetzung der Parlamente gestärkt werden. Zu
    diesem Zweck ist auch für die Wahlen auf Bundes- und Landesebene die
    Möglichkeit zu schaffen, Kandidaten verschiedener Parteien zu wählen
    (Panaschieren) und auch gezielt einzelne Kandidaten durch Kumulieren
    zu stärken. Der Einfluss taktischer Stimmabgabe ist zu verringern,
    damit kleine und neue Parteien ihr reales Wählerpotential
    ausschöpfen können.
    Zum
    Seitenanfang


    Urheberrecht und nicht-kommerzielle Vervielfältigung

    Der uralte Traum, alles Wissen und alle Kultur der Menschheit
    zusammenzutragen, zu speichern und heute und in der Zukunft verfügbar
    zu machen, ist durch die rasante technische Entwicklung der
    vergangenen Jahrzehnte in greifbare Nähe gerückt. Wie jede
    bahnbrechende Neuerung erfasst diese vielfältige Lebensbereiche und
    führt zu tief greifenden Veränderungen. Es ist unser Ziel, die
    Chancen dieser Situation zu nutzen und vor möglichen Gefahren zu
    warnen. Die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bereich des
    Urheberrechts beschränken jedoch das Potential der aktuellen
    Entwicklung, da sie auf einem veralteten Verständnis von so
    genanntem “geistigem Eigentum” basieren, welches der
    angestrebten Wissens- oder Informationsgesellschaft entgegen
    steht.
    Zum
    Seitenanfang

    Keine
    Beschränkung der Kopierbarkeit

    Systeme, welche auf einer technischen Ebene die Vervielfältigung
    von Werken be- oder verhindern (“Kopierschutz”, “DRM”,
    usw.), verknappen künstlich deren Verfügbarkeit, um aus einem
    freien Gut ein wirtschaftliches zu machen. Die Schaffung von
    künstlichem Mangel aus rein wirtschaftlichen Interessen erscheint
    uns unmoralisch, daher lehnen wir diese Verfahren ab.

    Darüber hinaus behindern sie auf vielfältige Art und Weise die
    berechtigte Nutzung von Werken, erschaffen eine vollkommen
    inakzeptable Kontrollierbarkeit und oft auch Überwachbarkeit der
    Nutzer und gefährden die Nutzung von Werken durch kommende
    Generationen, denen der Zugang zu den heutigen Abspielsystemen fehlen
    könnte.

    Zusätzlich stehen die gesamtwirtschaftlichen Kosten für die
    Etablierung einer lückenlosen und dauerhaft sicheren
    Kopierschutzinfrastruktur im Vergleich zu ihrem
    gesamtwirtschaftlichen Nutzen in einem extremen Missverhältnis. Die
    indirekten Folgekosten durch erschwerte Interoperabilität bei
    Abspielsystemen und Software erhöhen diese Kosten weiter.
    Zum
    Seitenanfang

    Freies Kopieren
    und freie Nutzung

    Da sich die Kopierbarkeit von digital vorliegenden Werken
    technisch nicht sinnvoll einschränken lässt und die flächendeckende
    Durchsetzbarkeit von Verboten im privaten Lebensbereich als
    gescheitert betrachtet werden muss, sollten die Chancen der
    allgemeinen Verfügbarkeit von Werken erkannt und genutzt werden. Wir
    sind der Überzeugung, dass die nichtkommerzielle Vervielfältigung
    und Nutzung von Werken als natürlich betrachtet werden sollte und
    die Interessen der meisten Urheber entgegen anders lautender
    Behauptungen von bestimmten Interessengruppen nicht negativ tangiert.

    Es konnte in der Vergangenheit kein solcher Zusammenhang schlüssig
    belegt werden. In der Tat existiert eine Vielzahl von innovativen
    Geschäftskonzepten, welche die freie Verfügbarkeit bewusst zu ihrem
    Vorteil nutzen und Urheber unabhängiger von bestehenden
    Marktstrukturen machen können.

    Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren,
    Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu
    legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine
    Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn
    dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung für die soziale,
    technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft
    dar.
    Zum
    Seitenanfang

    Förderung der Kultur

    Wir sehen es als unsere Verantwortung, die Schaffung von Werken,
    insbesondere im Hinblick auf kulturelle Vielfalt, zu fördern.
    Positive Effekte der von uns geforderten Änderungen sollen im vollen
    Umfang genutzt werden können. Mögliche, aber nicht zu erwartende
    negative Nebenwirkungen müssen bei deren Auftreten nach Möglichkeit
    abgemindert werden.
    Zum
    Seitenanfang


    Ausgleich zwischen Ansprüchen der Urheber und der Öffentlichkeit

    Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk
    in vollem Umfang an. Die heutige Regelung der Verwertungsrechte wird
    einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen
    Interessen der Urheber und dem öffentlichen Interesse an Zugang zu
    Wissen und Kultur jedoch nicht gerecht. Im Allgemeinen wird für die
    Schaffung eines Werkes in erheblichem Maße auf den öffentlichen
    Schatz an Schöpfungen zurückgegriffen. Die Rückführung von Werken
    in den öffentlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern im
    Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Schöpfungsfähigkeiten von
    essentieller Wichtigkeit.

    Es sind daher Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire
    Rückführung in den öffentlichen Raum ermöglichen. Dies schließt
    insbesondere eine drastische Verkürzung der Dauer von
    Rechtsansprüchen auf urheberrechtliche Werke unter die im
    TRIPS-Abkommen vorgegebenen Fristen ein.
    Zum
    Seitenanfang

    Patentwesen

    Im Wandel vom Industriezeitalter zum Informationszeitalter
    entwickeln sich die weltweit herrschenden Patentregelungen teilweise
    vom Innovationsanreiz zum Innovationshemmnis. Der Versuch, mit
    althergebrachten Mitteln die Zukunft zu gestalten, wird den
    grundlegenden Veränderungen in der Welt nicht nur immer weniger
    gerecht, er stellt auch beispielsweise in den Bereichen der
    Patentierung von Erkenntnissen der Genforschung und Biotechnologie
    und im Bereich der Softwarepatente eine große Gefahr für die
    Gesellschaft von morgen dar. Grundsätzlich wollen wir einen freieren
    Markt ohne die hinderlichen Beschränkungen der derzeitigen
    Patentpraxis erreichen. Wir fordern, dass das Patentsystem reformiert
    oder durch sinnvollere Regelungen ersetzt wird. Keinesfalls darf es
    durch innovationsfeindliche Regelungen ergänzt werden.
    Zum
    Seitenanfang

    Abbau
    privater Monopole und offene Märkte

    Generell sind ein zunehmender Abbau von Monopolen und eine Öffnung
    der Märkte erklärtes politisches Ziel unserer Partei. Patente als
    staatlich garantierte privatwirtschaftliche Monopole stellen
    grundsätzlich eine künstliche Einschränkung der allgemeinen
    Wohlfahrt dar, die einer ständigen Rechtfertigung und Überprüfung
    bedarf.

    Stellt die Patentierung industrieller Güter in der Vergangenheit
    auch nach allgemeiner Ansicht eine (weder belegbare, noch
    widerlegbare) Erfolgsgeschichte dar, so haben sich doch die sozialen
    und wirtschaftlichen Verhältnisse des Erfindens in der
    postindustriellen und globalisierten Gesellschaft grundlegend
    gewandelt. Der verstärkt internationale Wettbewerb führt darüber
    hinaus vermehrt zu einer zweckentfremdeten Nutzung des Patentsystems,
    bei der man oft keinerlei Ausgleich für die Gesellschaft mehr
    erkennen kann. Dem zunehmenden Missbrauch von Patenten wollen wir
    daher Einhalt gebieten. Patentierung von Trivialitäten oder sogar
    die Blockierung des Fortschritts durch Patente soll unter allen
    Umständen verhindert werden.

    Dies gilt auch und im Besonderen für den Bereich der
    Pharmaindustrie. Der hohe Geldbedarf und die monopolartige Struktur
    dieses Marktes bedürfen einer Reorganisation, um die
    gesellschaftlichen Ressourcen sinnvoll einzusetzen und nicht durch
    Blockaden und zum Vorteil Einzelner zu vergeuden. Patente auf
    Pharmazeutika haben darüber hinaus zum Teil ethisch höchst
    verwerfliche Auswirkungen.
    Zum
    Seitenanfang

    Patente in
    der Informationsgesellschaft

    Wirtschaftlicher Erfolg ist in der Informationsgesellschaft
    zunehmend nicht mehr von technischen Erfindungen, sondern von Wissen
    und Information und deren Erschließung abhängig.

    Das Bestreben, diese Faktoren nun ebenso mittels des Patentsystems
    zu regulieren, steht unserer Forderung nach Freiheit des Wissens und
    Kultur der Menschheit diametral entgegen.

    Wir lehnen Patente auf Lebewesen und Gene, auf Geschäftsideen und
    auch auf Software einhellig ab, weil sie unzumutbare und
    unverantwortliche Konsequenzen haben, weil sie die Entwicklung der
    Wissensgesellschaft behindern, weil sie gemeine Güter ohne
    Gegenleistung und ohne Not privatisieren und weil sie kein
    Erfindungspotential im ursprünglichen Sinne besitzen. Die gute
    Entwicklung klein- und mittelständischer IT-Unternehmen in ganz
    Europa hat beispielsweise gezeigt, dass auf dem Softwaresektor
    Patente völlig unnötig sind.
    Zum
    Seitenanfang


    Freie demokratisch kontrollierte technische Infrastruktur

    In unserer modernen Informations- und Kommunikationsgesellschaft
    ist es von außerordentlicher Wichtigkeit, dass alle Bürger
    jederzeit die volle Kontrolle über ihre Informationsverarbeitung und
    Kommunikation erlangen können, sofern sie dies wünschen. Diese
    Freiheit aller Bürgerinnen soll verhindern, dass die Macht über
    Systeme und Daten in den Händen Einzelner konzentriert wird. Sie
    versucht diese so breit wie möglich auf alle Bürger zu verteilen
    und so ihre Freiheit und Privatsphäre zu sichern.
    Zum
    Seitenanfang

    Offene Standards

    Die freie und andauernde Verwendung von Daten jeder Art durch alle
    Nutzerinnen mit Systemen ihrer Wahl kann nur erfolgen, wenn diese
    Daten in einem Format vorliegen, das den Kriterien eines Offenen
    Standards entspricht. Ähnlich ist es bei der Zusammenarbeit
    verschiedener technischer Systeme. Diese sind nur dann bei gleicher
    Funktionalität austauschbar, wenn ihre Schnittstelle ein Offener
    Standard ist. Wir setzen uns deshalb für den konsequenten Einsatz
    und die Verbreitung von Offenen Standards ein. Denn so wird die
    Abhängigkeit von einzelnen Herstellern verringert und ein freier
    Wettbewerb technischer Lösungen möglich.

    Dabei verstehen wir einen Offenen Standard als ein Protokoll oder
    Format, das

    1. vollständig, öffentlich, ohne
      Einschränkungen für alle Beteiligten gleichermaßen zugänglich
      ist, bewertet und benutzt werden kann,

    2. ohne Komponenten oder
      Erweiterungen ist, die von Formaten oder Protokollen abhängen, die
      selbst nicht dieser Definition entsprechen,

    3. frei ist von juristischen oder
      technischen Klauseln, die seine Verwendung von jeglicher Seite oder
      jeglichem Geschäftsmodell einschränken,

    4. unabhängig von einem einzelnen
      Hersteller geleitet und weiterentwickelt wird, in einem Prozess, der
      einer gleichberechtigten Teilnahme von Wettbewerbern und Dritten
      offen steht,

    5. verfügbar ist in verschiedenen vollständigen
      Implementierungen von verschiedenen Herstellern oder als vollständig
      freie Implementierung.

    Zum
    Seitenanfang

    Freie Software

    Wir setzen uns für die Förderung von Software ein, die von allen
    uneingeschränkt benutzt, untersucht, verbreitet und verändert
    werden kann. Diese sogenannte Freie Software garantiert ihren
    Nutzerinnen alle wesentlichen Freiheiten, die notwendig sind, um die
    Kontrolle über ihre technischen Systeme selbst zu übernehmen und
    diese gegebenenfalls kollektiv und demokratisch weiter zu entwickeln.
    Dies leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung von Autonomie
    und Privatsphäre aller Nutzer. Insbesondere Bildungseinrichtungen
    und die gesamte öffentliche Verwaltung sollen schrittweise darauf
    hinarbeiten ihre gesamte technische Infrastruktur auf Freie Software
    umzustellen, um so langfristig Kosten für die öffentlichen
    Haushalte und die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern zu
    reduzieren.
    Zum
    Seitenanfang

    Teilhabe am digitalen
    Leben

    Der Wandel zur digitalen Gesellschaft stellt einen enormen
    Entwicklungssprung dar. Sie wirkt sich massiv auf unser soziales
    Leben, politische Prozesse und unser wirtschaftliches Handeln aus.
    Freie Kommunikation wirkt wie ein Katalysator für die
    Weiterentwicklung der Gesellschaft und legt mit den neuen digitalen
    Technologien bisher ungeahnte Potenziale frei. Der freie
    Informationsfluss schafft mündige Bürger, die in der Lage sind ihre
    Freiheit wirkungsvoll gegen totalitäre Tendenzen zu verteidigen. Die
    freie Vernetzung ermöglicht es Angebot und Nachfrage aller Art
    einfach zusammenzubringen. Die Möglichkeiten der digitalen
    Kommunikation sind aus der modernen Gesellschaft nicht mehr
    wegzudenken und müssen auch durch staatliches Handeln sichergestellt
    und sogar gefördert werden.
    Zum
    Seitenanfang

    Zugang zur
    digitalen Kommunikation

    Die Kommunikation über digitale Netzwerke, wie das Internet, hat
    bereits einen hohen Stellenwert und gewinnt immer weiter an
    Bedeutung. Ohne die Möglichkeit zur Teilhabe ist weder echte
    Meinungsfreiheit noch die freie Entfaltung der Persönlichkeit mehr
    möglich.

    Der Zugang zur digitalen Kommunikation ermöglicht es voll am
    sozialen Leben teilzuhaben, frei zu publizieren, sich Zugang zu
    öffentlichen Informationen zu verschaffen und sich damit
    weiterzubilden, sowie sich auch online wirtschaftlich oder kulturell
    zu betätigen. Er darf weder dauerhaft noch temporär und weder
    vollständig noch teilweise unterbunden werden.

    Stattdessen muss sichergestellt werden, dass jedes Mitglied der
    Gesellschaft die Möglichkeit zu angemessenem Zugang zur digitalen
    Kommunikation erhält. Dieser muss auch in ländlichen Regionen die
    notwendige Qualität und Datenübertragungsrate anbieten, um an den
    gängigen Nutzungsmöglichkeiten voll teilhaben zu können. Keine
    Ortschaft darf von der vollwertigen Teilhabe am digitalen Leben
    ausgeschlossen sein, weder im Festnetz noch bei der mobilen Nutzung.
    Zu diesem Zweck müssen die verfügbaren Frequenzen einer breiten,
    zivilen und demokratischen Nutzung zur Verfügung stehen. Bei der
    Reservierung und Vergabe von Frequenzbereichen muss der
    gesellschaftliche Nutzen ihrer Verwendung und die Bereitstellung
    eines Zugangs für alle Interessierten Vorrang vor monetären
    Interessen haben.

    Um wirtschaftliche Hindernisse am Zugang zur digitalen
    Kommunikation auszuräumen, ist jedem Mitglied der Gesellschaft
    eindeutig das Recht zur Teilhabe zuzusprechen. Für alle, die nicht
    die finanziellen Mittel haben, um die technischen Voraussetzungen
    dafür zu schaffen, müssen die sozialen Sicherungssysteme den Erwerb
    und Betrieb der notwendigen Technik ermöglichen.
    Zum
    Seitenanfang


    Nutzungsmöglichkeiten der digitalen Kommunikation

    Die digitale Gesellschaft teilt sich für ihre Kommunikation das
    weltumspannende Internet und viele daran angeschlossene
    Teilnetzwerke, die von einer Vielzahl an Providern betrieben werden.
    Sie bilden einen virtuellen öffentlichen Raum, dessen Nutzung jedem
    gleichermaßen zur Verfügung stehen muss. Die Kontrolle über diesen
    virtuellen öffentlichen Raum durch die Betreiber seiner
    Teilnetzwerke darf nicht dazu genutzt werden einzelne
    Kommunikationsteilnehmer gezielt einzuschränken. Sowohl die Anbieter
    eines Dienstes als auch dessen Konsumenten würden von einer
    gezielten Sperrung oder Drosselung ihrer Übertragungen auf
    inakzeptable Weise eingeschränkt. Nur wenn jeder Nutzer und jeder
    Dienst, der von ihm angeboten wird, gleich behandelt wird, kann sich
    auch jeder in gleichem Maße frei im Internet entfalten. Die
    Diskriminierung einzelner würde die Monopolbildung fördern, die
    Innovationskraft des Internets insgesamt schmälern und zu
    Einschränkungen der Meinungsfreiheit führen.

    Um die Freiheit im Internet für alle zu erhalten, muss die
    Neutralität und Gleichbehandlung aller Nutzer durch die
    Netzbetreiber durch staatliche Regulierung sichergestellt werden.
    Auch um den Betrieb einzelner Dienste, die hohe Anforderungen an die
    Verfügbarkeit der Netzwerkkapazität haben, sicherzustellen, darf
    diese Netzneutralität nur dann durchbrochen werden, wenn ein
    entsprechender Ausbau der Kapazitäten nicht mehr möglich ist.

    Der Ausbau der Netze und ihre Modernisierung müssen auf Dauer
    sichergestellt werden. Er darf nicht durch Monopolbildung auf den
    Kommunikationswegen gefährdet werden. Um durch permanenten
    Wettbewerb Investitionen und neue Innovationen zu fördern, dürfen
    keine neuen Infrastrukturmonopole gewährt und keine alten weiter
    aufrechterhalten werden. Stattdessen muss eine hohe Dezentralisierung
    angestrebt werden, insbesondere durch Förderung von
    nichtkommerziellen Projekten, die in diesem Sinne agieren.

    Die Garantie der freien und gleichberechtigten Nutzung des
    öffentlichen Teils des Internets muss vom Staat nicht nur gegen die
    Interessen der Firmen durchgesetzt werden, die ihn betreiben, sondern
    auch selbst abgegeben werden. Einen staatlichen Zwang zur Filterung
    oder Manipulation der übertragenen Daten darf es nicht geben. Eine
    konsequente Gleichbehandlung aller Daten in neutralen Netzwerken kann
    nur dann wirklich sichergestellt werden, wenn diese grundsätzlich
    ohne Ansicht der Inhalte und unabhängig davon, wer der Absender oder
    Empfänger ist, übertragen werden. Die Analyse der zu übertragenden
    Daten mittels Deep Packet Inspection darf vom Staat nicht verlangt
    und den Betreibern der Teilnetzwerke des öffentlichen Internets
    nicht erlaubt werden.

    Die Bekämpfung von Kriminalität im Internet muss dort
    stattfinden, wo sie am wirkungsvollsten ist: Bei den Absendern und
    Empfängern der unzulässigen Daten. Sie ist die Aufgabe der
    staatlichen Behörden, die dafür mit dem Gewaltmonopol ausgestattet
    wurden. Es ist nicht die Aufgabe von Zugangsprovidern und
    Netzbetreibern gegen Kriminalität im virtuellen öffentlichen Raum
    Internet vorzugehen. Sie dürfen daher nicht zu
    privatwirtschaftlichen Ermittlungsbehörden gemacht, mit Kompetenzen
    zur eigenmächtigen Gefahrenabwehr ausgestattet oder sogar zum
    Strafvollzug eingesetzt werden. Diese Provider sind dafür
    verantwortlich, dass der ordentliche Betrieb des freien Internets
    gesichert und der Zugang dazu allen Mitgliedern der Gesellschaft zur
    Verfügung gestellt wird, nicht jedoch wofür diese ihre Netzwerke
    verwenden. Sie dürfen nicht für die kriminellen Handlungen ihrer
    Kunden verantwortlich gemacht und in Haftung genommen werden.
    Zum
    Seitenanfang

    Umgang mit
    digitaler Technologie lernen

    Das Internet und weitere digitale Medien führen unweigerlich zu
    großen gesellschaftlichen Umbrüchen. Sie erweitern die
    Möglichkeiten zur freien Entfaltung und erschaffen dadurch neue
    Chancen und Risiken. Eine moderne Gesellschaft muss sich diese
    Entwicklungen zu Nutze machen, indem sie sie wissenschaftlich
    begleitet und die erworbene Medienkompetenz an alle ihre Mitglieder
    weitergibt. Jeder muss in der Lage sein von neuen Errungenschaften zu
    profitieren und sich durch einen kompetenten und kritischen Umgang
    mit den Medien vor Gefahren schützen können.

    Zur Vermittlung von Medienkompetenz müssen die Schulen sowohl
    inhaltlich als auch technisch immer auf der Höhe der Zeit sein. Der
    kritische Umgang mit modernen Medien, ihre effektive Nutzung und die
    kreative Gestaltung müssen in Bildungseinrichtungen fest in den
    Lehrauftrag integriert werden. Dabei kommt neben den Schulen auch den
    Eltern eine wichtige Rolle zu. In der komplexen Medienwelt müssen
    die Eltern die notwendige Hilfe bekommen, um mit der Entwicklung
    schritthalten zu können. Für eine gelungene Erziehung müssen sie
    die Welt, in der ihre Kinder aufwachsen, ihre Möglichkeiten und
    Gefahren kennen und verstehen.

    Bei dieser rasanten Entwicklung darf niemand einfach
    zurückgelassen werden. Auch ältere Menschen müssen die Möglichkeit
    haben so umfänglich am digitalen gesellschaftlichen Leben
    teilzunehmen, wie sie es wünschen. Die Erkenntnisse und Erfahrungen
    der Gesellschaft auf dem Gebiet der Medienkompetenz müssen daher
    auch älteren Generationen über Bildungsangebote aller Art zur
    Verfügung gestellt werden. Die speziellen Bedürfnisse von Senioren
    sind dabei ebenso zu berücksichtigen, wie eine generelle
    Barrierearmut. Sie müssen in elementaren Bereichen der Medien
    gefördert und bei staatlichen Angeboten berücksichtigt werden.
    Zum
    Seitenanfang

    Digitale
    Gesellschaft weltweit

    Die freie Kommunikation über digitale Netzwerke ermöglicht
    unserer Gesellschaft die klassischen Freiheitsrechte wie die
    Meinungsfreiheit und die freie Entfaltung der Persönlichkeit zu
    stärken. Sie schafft informierte Bürger und stärkt den
    demokratischen Diskurs, während neue Wirtschaftsbereiche entstehen
    und zum Wohlstand der Gesellschaft beitragen. Anstrengungen zur
    Etablierung freier Kommunikationsnetzwerke sind daher auch in anderen
    Ländern zu begrüßen und zu unterstützen. Sie ermöglichen
    weltweit demokratischere Regierungsformen, informiertere und
    tolerantere Gesellschaften und damit stabilere Strukturen. Der Aufbau
    freier Kommunikationsnetzwerke muss – wo immer sinnvoll – zu einem
    Teil der deutschen Entwicklungshilfe werden.

    Freie Kommunikationsnetzwerke werden weltweit immer wieder von
    Zensurbestrebungen bedroht. Diese richten sich dabei in der Regel
    gegen die eigene Bevölkerung und gegen die Freiheit der eigenen
    Bürger. Zensur darf auch in anderen Ländern in keinem Fall von der
    Bundesrepublik Deutschland unterstützt werden. Die technischen
    Voraussetzungen dafür dürfen nicht selbst geschaffen und bei
    anderen nicht akzeptiert werden. Initiativen – politischer wie
    technischer Natur – zur Untergrabung von Filtersystemen sind im
    Rahmen außenpolitischer Möglichkeiten zu unterstützen.
    Zum
    Seitenanfang

    Privatsphäre und
    Datenschutz

    Der Schutz der Privatsphäre und der Datenschutz gewährleisten
    Würde und Freiheit des Menschen. Die moderne
    freiheitlich-demokratische Gesellschaftsform wurde in der
    Vergangenheit auch unter Einsatz zahlloser Menschenleben erkämpft
    und verteidigt.

    Allein das 20. Jahrhundert kennt in Deutschland zwei Diktaturen,
    deren Schrecken wesentlich durch den fehlenden Respekt vor dem
    einzelnen Menschen und durch allgegenwärtige Kontrolle
    gekennzeichnet war. Von den technischen Mitteln heutiger Zeit haben
    aber die Diktatoren aller Zeiten nicht einmal zu Träumen gewagt. Die
    überwachte Gesellschaft entsteht momentan allein dadurch, dass sie
    technisch möglich geworden ist und den Interessen von Wirtschaft und
    Staat gleichermaßen dient. Die Piratenpartei sagt dieser Überwachung
    entschieden den Kampf an. Jeder einzelne Schritt auf dem Weg zum
    Überwachungsstaat mag noch so überzeugend begründet sein, doch wir
    Europäer wissen aus Erfahrung, wohin dieser Weg führt, und dahin
    wollen wir auf keinen Fall.
    Zum
    Seitenanfang

    Privatsphäre

    Das Recht auf Wahrung der Privatsphäre ist ein unabdingbares
    Fundament einer demokratischen Gesellschaft. Die Meinungsfreiheit und
    das Recht auf persönliche Entfaltung sind ohne diese Voraussetzung
    nicht zu verwirklichen.

    Systeme und Methoden, die der Staat gegen seine Bürger einsetzen
    kann, müssen der ständigen Bewertung und genauen Prüfung durch
    gewählte Mandatsträger unterliegen. Wenn die Regierung Bürger
    beobachtet, die nicht eines Verbrechens verdächtig sind, ist dies
    eine fundamental inakzeptable Verletzung des Bürgerrechts auf
    Privatsphäre. Jedem Bürger muss das Recht auf Anonymität
    garantiert werden, das unserer Verfassung innewohnt. Die Weitergabe
    personenbezogener Daten vom Staat an die Privatwirtschaft hat in
    jedem Falle zu unterbleiben.

    Das Briefgeheimnis soll erweitert werden zu einem generellen
    Kommunikationsgeheimnis. Zugriff auf die Kommunikationsmittel oder
    die Überwachung eines Bürgers darf der Regierung nur im Falle eines
    sicheren Verdachts erlaubt werden, dass dieser Bürger ein Verbrechen
    begehen wird. In allen anderen Fällen soll die Regierung annehmen,
    ihre Bürger seien unschuldig, und sie in Ruhe lassen. Diesem
    Kommunikationsgeheimnis muss ein starker gesetzlicher Schutz gegeben
    werden, da Regierungen wiederholt gezeigt haben, dass sie bei
    sensiblen Informationen nicht vertrauenswürdig sind.

    Speziell eine verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung von
    Kommunikationsdaten widerspricht nicht nur der Unschuldsvermutung,
    sondern auch allen Prinzipien einer freiheitlich demokratischen
    Gesellschaft. Der vorherrschende Kontrollwahn stellt eine weitaus
    ernsthaftere Bedrohung unserer Gesellschaft dar als der
    internationale Terrorismus und erzeugt ein Klima des Misstrauens und
    der Angst. Flächendeckende Videoüberwachung öffentlicher Räume,
    fragwürdige Rasterfahndungen, zentrale Datenbanken mit unbewiesenen
    Verdächtigungen sind Mittel, deren Einsatz wir ablehnen.

    In einem verdeckten Eingriff in informationstechnische Systeme
    (z.B. mittels so genannter Bundes- oder Staatstrojaner) durch
    staatliche Stellen erkennen wir immer einen
    unverhältnismässigen Eingriff in das Grundrecht auf Gewährleistung
    der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme.
    Gesetze, die dem Staat derart tiefe Eingriffe in den Kernbereich
    privater Lebensgestaltung seiner Bürger erlauben, sind nicht mit
    unserer Auffassung von Grundrechten und Rechtstaat vereinbar.
    Zum
    Seitenanfang

    Informationelle
    Selbstbestimmung

    Das Recht des Einzelnen, die Nutzung seiner persönlichen Daten zu
    kontrollieren, muss gestärkt werden. Dazu müssen insbesondere die
    Datenschutzbeauftragten völlig unabhängig agieren können. Neue
    Methoden wie das Scoring machen es erforderlich, nicht nur die
    persönlichen Daten kontrollieren zu können, sondern auch die
    Nutzung aller Daten, die zu einem Urteil über eine Person
    herangezogen werden können. Jeder Bürger muss gegenüber den
    Betreibern zentraler Datenbanken einen durchsetzbaren und wirklich
    unentgeltlichen Anspruch auf Selbstauskunft und gegebenenfalls auf
    Korrektur, Sperrung oder Löschung der Daten haben.

    Erhebung und Nutzung biometrischer Daten und Gentests erfordern
    aufgrund des hohen Missbrauchspotentials eine besonders kritische
    Bewertung und Kontrolle von unabhängiger Stelle. Der Aufbau
    zentraler Datenbanken mit solchen Daten muss unterbleiben. Generell
    müssen die Bestimmungen zum Schutze personenbezogener Daten die
    Besonderheiten digitaler Daten, wie etwa mögliche Langlebigkeit und
    schwer kontrollierbare Verbreitung, stärker berücksichtigen. Gerade
    weil die Piratenpartei für eine stärkere Befreiung von Information,
    Kultur und Wissen eintritt, fordert sie Datensparsamkeit,
    Datenvermeidung und unabhängige Kontrolle von personenbezogenen
    Daten, die für wirtschaftliche oder Verwaltungszwecke genutzt werden
    und damit geeignet sind, die Freiheit und die informationelle
    Selbstbestimmung des Bürgers unnötigerweise zu beschränken.
    Zum
    Seitenanfang

    Transparenz des
    Staatswesens

    In der heutigen Gesellschaft ist eine rapide Entwicklung zu
    beobachten. Immer mehr Informationen werden angehäuft, die in immer
    stärkerer Weise miteinander verknüpft werden. Verknüpfte
    Informationen aber werden zu Wissen, Wissen wiederum bedeutet Macht.
    Verengt sich also der Zugang zu Wissen auf einen kleinen Kreis von
    Nutznießern, so kommt es unweigerlich zu einer Ausbildung von
    Machtstrukturen, die wenige Personen, gesellschaftliche
    Organisationen oder staatliche Organe bevorzugt und so letztendlich
    den demokratischen Prozess einer freiheitlichen Gesellschaft
    gefährdet. Dieser basiert nämlich auf einer möglichst breiten
    Beteiligung der Bürger an der Gestaltung und Kontrolle der
    gesellschaftlichen Vorgänge und ist somit unvereinbar mit dem
    Informationsvorsprung, den Wenige auf Kosten der Allgemeinheit zu
    sichern versuchen. Der Einblick in die Arbeit von Verwaltung und
    Politik auf allen Ebenen der staatlichen Ordnung ist daher ein
    fundamentales Bürgerrecht und muss zum Wohle der freiheitlichen
    Ordnung entsprechend garantiert, geschützt und durchgesetzt werden.

    Die aktuelle Lage in Deutschland wird bestimmt durch eine Vielzahl
    unterschiedlicher Regelungen auf den verschiedenen Ebenen und in den
    vielfältigen Bereichen staatlichen Handelns und nur wenig ist bisher
    vom “Prinzip der Geheimhaltung” zugunsten eines “Prinzips
    der Öffentlichkeit” verändert worden, obwohl dies auf
    treffende Weise die Weichenstellung für eine moderne Gesellschaft im
    21. Jahrhundert, auch unter Berücksichtigung der weitreichenden
    Möglichkeiten der Neuen Medien, verdeutlicht. Verwaltung und Politik
    müssen endlich auch in der Hinsicht ihrer Transparenz gegenüber dem
    Bürger ihren Dienstleistungscharakter anerkennen und sich
    grundlegend darauf ausrichten, einen Informationszugang für die
    Bürger effizient, komfortabel und mit niedrigen Kosten zu
    ermöglichen.

    Insbesondere für eine Bewertung politischer Entscheidungsträger
    ist es unabdingbar, dass die Grundlagen politischer Entscheidungen
    transparent gemacht werden. Negative Beispiele dafür sind die
    Geheimhaltung des Mautvertrages vor dem Souverän und seinen
    gewählten Vertretern, sowie die undemokratische Einführung von
    Wahlmaschinen, die geeignet sind, das primäre Element der
    Demokratie, die Wahl, zu beschädigen.

    Die Piratenpartei will in diesem Sinne auf die Transparenz aller
    staatlichen Prozesse hinwirken und fordert daher:

    • Jeder Bürger hat unabhängig von
      der Betroffenheit und ohne den Zwang zur Begründung das Recht auf
      allen Ebenen der staatlichen Ordnung, Einsicht in die Aktenvorgänge
      und die den jeweiligen Stellen zur Verfügung stehenden
      Informationen zu nehmen. Dies gilt ebenso für schriftliches
      Aktenmaterial wie digitale oder andere Medien.

    • Seine Schranken findet dieses
      Recht in den Bestimmungen zum Schutz der Persönlichkeitsrechte, der
      nationalen Sicherheit, zur Verhinderung von Straftaten und
      ähnlichem. Diese Ausnahmeregelungen sind möglichst eng und
      eindeutig zu formulieren und dürfen nicht pauschal ganze Behörden
      oder Verwaltungsgebiete ausgrenzen.

    • Die Auskunftsstelle ist
      verpflichtet, zeitnah und in einer klaren Kostenregelung, Zugang in
      Form einer Akteneinsicht oder einer Materialkopie zu gewähren, um
      eine breite, effiziente Nutzung der Daten zu ermöglichen.

    • Die Verweigerung des Zugangs muss
      schriftlich begründet werden und kann vom Antragsteller, sowie von
      betroffenen Dritten gerichtlich überprüft werden lassen, wobei dem
      Gericht zu diesem Zweck voller Zugang durch die öffentliche Stelle
      gewährt werden muss.

    • Alle öffentlichen Stellen sind verpflichtet, sowohl
      regelmäßig Organisations- und Aufgabenbeschreibungen zu
      veröffentlichen, einschließlich Übersichten der Arten von
      Unterlagen, auf die zugegriffen werden kann, als auch einen
      jährlichen öffentlichen Bericht über die Handhabung des
      Auskunftsrechts.

    Unter besonderer Berücksichtigung der immensen Möglichkeiten,
    die sich mit der rasanten Entwicklung und Verbreitung der Neuen
    Medien ergeben, gibt es verschiedene Ansatzpunkte, um diesen
    grundsätzlichen Forderungen Rechnung zu tragen. So sollten
    staatliche Stellen die Nutzung freier Software forcieren, eine
    automatische Veröffentlichung dazu geeigneter Dokumente einrichten
    und allgemein den kostengünstigen und aufwandsarmen digitalen
    Zugriff ausbauen.

    Die Abkehr vom “Prinzip der Geheimhaltung”, der
    Verwaltungs- und Politikvorstellung eines überkommenen
    Staatsbegriffs, und die Betonung des “Prinzips der
    Öffentlichkeit”, das einen mündigen Bürger in den Mittelpunkt
    staatlichen Handelns und Gestaltens stellt, schafft nach der festen
    Überzeugung der Piratenpartei die unabdingbaren Voraussetzungen für
    eine moderne Wissensgesellschaft in einer freiheitlichen und
    demokratischen Ordnung.

    Die Piratenpartei setzt sich für eine Kennzeichnungspflicht für
    Polizeibeamte ein. Beamte im Einsatz bei Versammlungen sind zu
    verpflichten, von weitem sicht- und erkennbare Kennzeichen zu tragen.
    Die Kennzeichen sind pseudonym (z. B. in Form einer Nummer) zu
    gestalten und dürfen von Einsatz zu Einsatz wechseln.

    Es muss jederzeit auch im Nachhinein möglich sein, mit
    richterlichem Beschluss ein Kennzeichen einer Person zuzuordnen. Der
    Vorgesetzte ist für die wirksame Durchsetzung der
    Kennzeichnungspflicht und die korrekte Führung der Zuordnungen von
    Kennzeichen zu Personen verantwortlich.

    Polizisten sind zu verpflichten, Verstöße durch andere
    Polizisten zu verhindern oder – falls dies nicht möglich ist – zu
    melden sowie den/die beteiligten Beamten zu identifizieren.
    Verletzungen dieser Pflichten (Tragen des Kennzeichens, korrektes
    Führen der Zuordnungsliste, Verhindern/Melden von Verstößen) sind
    strafrechtlich zu sanktionieren.
    Zum
    Seitenanfang

    Offene
    Verträge mit der Wirtschaft

    Verträge zwischen öffentlichen
    Einrichtungen/Behörden/Regierung/etc. und Privatfirmen müssen im
    Sinne des transparenten Staates öffentlich sein.

    • Geheimverträge mit
      Privatunternehmen sind generell abzulehnen.

    • Bisher getroffene Verträge sind
      der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

    • Alle Ausschreibungen sind
      transparent und öffentlich durchzuführen. Nach der Vergabe sind
      alle Angebote zu veröffentlichen, sowie die Begründung für die
      Zuschläge.

    • Ausschreibungen sind so zu
      gestalten, dass sie nicht nur von einem schon vorher bestimmten
      Unternehmen erfüllt werden können.

    • Verträge sind so zu gestalten,
      dass von der Auftragsdurchführung keine größeren Gefahren für
      Mensch und Umwelt ausgehen, als wenn der Staat sie selbst übernimmt.

    • Informationen über Verträge, die mit dem Staat (Bürger,
      Steuerzahler) abgeschlossen werden, müssen grundsätzlich
      öffentlich sein und nicht nur einem sehr begrenzten Kreis der
      Staatsvertreter zugänglich. Auf angebliche Firmengeheimnisse (wie
      z.B. Kosten, Gewinnversprechen), die in Verträgen eingegangen
      werden, kann keine Rücksicht genommen werden. In begründeten
      Fällen, wie bei Gefahr für Leib und Leben, kann eine zeitlich
      begrenzte Ausnahme (z.B. maximal 10 Jahre) definiert werden, in
      denen bestimmte Informationen von Verträgen unter Verschluss
      gehalten werden können.

    Zum
    Seitenanfang

    Freier
    Zugang zu öffentlichen Inhalten

    Die Piratenpartei setzt sich dafür ein, dass möglichst alle
    durch öffentlichen Stellen erzeugten oder mit Hilfe öffentlicher
    Förderung entstanden Inhalte der breiten Öffentlichkeit frei
    zugänglich gemacht werden. Die Verfügbarkeit darf nicht durch
    Antragsverfahren, Lizenzen, Gebühren oder technische Mittel
    erschwert werden. Die Inhalte werden in offenen Formaten online zur
    Verfügung gestellt und archiviert. Weiterverbreitung sowie
    kommerzielle Nutzung sind ausdrücklich gestattet. Ausnahmen von der
    Veröffentlichungspflicht sind nur bei schwerwiegenden Gründen
    möglich; diese müssen in jedem Einzelfall schriftlich dargelegt
    werden.

    Die Piratenpartei steht für konsequente Demokratie, Offenheit und
    Transparenz. Wir wollen, dass jeder Mensch prinzipiell in die Lage
    versetzt wird, die Arbeitsweise aller öffentlichen und öffentlich
    finanzierten Stellen im Detail zu verstehen und zu bewerten
    (Informationsfreiheit). Dies setzt voraus, dass die dort anfallenden
    Informationen sofort, ungefragt, standardisiert, dauerhaft und frei
    verfügbar gemacht werden (Open Data). Den Bürgern als mittelbare
    Auftraggeber ist das Recht einzuräumen, öffentlich finanzierte
    Inhalte nach Belieben abzurufen, zu verwenden und weiterzugeben (Open
    Commons). Wir stellen uns klar gegen Geheimniskrämerei, Abschottung
    und falsch verstandenes Konkurrenzdenken innerhalb des öffentlichen
    Sektors, den wir durch frei kommunizierbares Wissen deutlich
    effizienter, durchschaubarer und kontrollierbarer machen wollen.
    Besonders im wissenschaftlichen Bereich muss die Vergabe von
    Fördermitteln an die freie Veröffentlichung der erlangten
    Erkenntnisse geknüpft werden (Open Access).
    Zum
    Seitenanfang

    Bildung


    Bildung in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft

    Jeder Mensch hat das Recht auf freien Zugang zu Information und
    Bildung. Dies ist in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft
    essentiell, um jedem Menschen, unabhängig von seiner sozialen
    Herkunft, ein größtmögliches Maß an gesellschaftlicher Teilhabe
    zu ermöglichen. Mit diesem Ziel ist das Hauptanliegen
    institutioneller Bildung die Unterstützung bei der Entwicklung zur
    mündigen, kritischen und sozialen Person. Dabei sollen die Belange
    des Lernenden im Vordergrund stehen.

    Der freie Zugang zu Information und Bildung ist jedoch nicht nur
    im Hinblick auf die gesellschaftliche Entwicklung notwendig, sondern
    auch im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung unserer
    Gesellschaft. Bildung ist eine der wichtigsten Ressourcen der
    deutschen Volkswirtschaft, da nur durch den Erhalt, die Weitergabe
    und die Vermehrung von Wissen Fortschritt und gesellschaftlicher
    Wohlstand auf Dauer gesichert werden können.

    Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft.
    Zum
    Seitenanfang

    Die
    öffentliche Bildungsinfrastruktur

    Der freie Zugang zu Bildungseinrichtungen ist im Interesse aller.
    Deshalb ist es Aufgabe der gesamten Gesellschaft, in Form des
    Staates, eine leistungsfähige und ihrem Zwecke angemessene
    Bildungsinfrastruktur zu finanzieren und frei zur Verfügung zu
    stellen. Private Finanzierung öffentlicher Bildungseinrichtungen ist
    grundsätzlich zu begrüßen, solange sie keinen Einfluss auf die
    bestehenden Lehrinhalte hat.

    Bildungsgebühren jeglicher Art schränken den Zugang zu Bildung
    ein und sind deshalb kategorisch abzulehnen. Aus diesem Grund ist
    auch die Lehrmittelfreiheit zu befürworten. Diese ist am besten
    dadurch herzustellen, dass die Verwendung und das Schaffen von freien
    Werken zur Vermittlung von Wissen unterstützt und ausgebaut wird.
    Diese freien Werke sind nicht nur kostenfrei im Unterricht
    einsetzbar, sondern ermöglichen dazu dem Lehrenden ohne rechtliche
    Hürden die Lernmittel auf seinen Unterricht anzupassen.

    Trotz des staatlichen Bildungsauftrages soll die Erziehung in
    Bildungseinrichtungen die Erziehung durch die Eltern nicht ersetzen.
    Zur umfassenden Bildung gehört, dass sich beide Formen der Erziehung
    gegenseitig ergänzen und fördern.
    Zum
    Seitenanfang

    Bildung als
    individueller Prozess

    Jeder Mensch ist ein Individuum mit persönlichen Neigungen,
    Stärken und Schwächen. Institutionelle Bildung soll daher den
    Einzelnen unterstützen seine Begabungen zu entfalten, Schwächen
    abzubauen und neue Interessen und Fähigkeiten zu entdecken. Neben
    starren Lehr- und Stundenplänen, werden vor allem einige Formen der
    Leistungsbewertung diesen Forderungen nicht gerecht. Insbesondere die
    Bewertung von Verhalten nach einem vorgegebenen Normenraster z.B. bei
    den sogenannten Kopfnoten lehnen wir ab.

    Die Bildungsinhalte haben auf fundierten und belegbaren
    Erkenntnissen zu basieren und müssen von einem möglichst neutralen
    Standpunkt aus vermittelt werden. Dies beinhaltet vor allem eine
    sachliche Darstellung, die Ausgewogenheit der Standpunkte und eine
    kritische Quellenbewertung.
    Zum
    Seitenanfang

    Demokratisierung
    der Bildungseinrichtungen

    Die Bildungseinrichtungen sind für die dortigen Schüler und
    Studenten ein prägender und umfassender Bestandteil ihres Lebens.
    Sie sind deswegen als Lebensraum der Lernenden zu begreifen, dessen
    Gestaltung und Nutzung ihnen stets offen stehen muss. Eine
    demokratische Organisation der Bildungseinrichtungen soll den
    Lernenden, genau wie den anderen Interessengruppen der
    Bildungseinrichtungen, eine angemessene Einflussnahme ermöglichen.
    Auf diese Weise werden demokratische Werte vermittelt und vorgelebt,
    die Akzeptanz der Entscheidungen erhöht, sowie das
    Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Bildungseinrichtungen
    gestärkt.
    Zum
    Seitenanfang

    Frühkindliche Bildung

    Die frühkindliche Bildung hat für die Ziele der Piratenpartei
    zentrale Bedeutung. Ihre Aufgabe ist es, alle Kinder – trotz
    bestehender Unterschiede – in den persönlichen Kompetenzen so zu
    fördern, dass sie unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen
    Herkunft sowie ungeachtet möglicher körperlich oder seelisch
    bedingter Nachteile oder Entwicklungsverzögerungen mit möglichst
    guten Grundvoraussetzungen ihre Schullaufbahn beginnen.

    Die Piraten setzen sich deshalb für eine kostenlose und auf
    Wunsch ganztägige Betreuung in wohnortnahen (oder wahlweise
    arbeitsplatznahen) Kindertagesstätten mit sinnvollen Öffnungszeiten
    für Kinder ab dem dritten Geburtstag ein. Ziel der Piraten ist
    außerdem die Anerkennung eines konkreten Bildungsauftrags an
    Kindertagesstätten und die Finanzierung entsprechend der Regelung
    für Schulen.
    Zum
    Seitenanfang

    Medienkompetenz

    Das Finden, Verstehen, Bewerten und Verbreiten von Informationen
    in unterschiedlichsten Darstellungen wird in Zukunft immer wichtiger.
    Die Menge der frei verfügbaren Information ist bereits seit einigen
    Jahren größer, als sie ein einzelner Mensch vernünftig verarbeiten
    kann. Dementsprechend kommt der halbautomatischen Auswahl von
    Information – und dadurch dem Verständnis derselben – eine
    zunehmende Bedeutung zu. Das Verständnis der gefundenen Information
    wird einerseits durch die größere kulturelle Entfernung zu einigen
    der Autoren erschwert, gleichzeitig ergibt sich durch schnelle und
    umfangreiche Online-Nachschlagewerke die Möglichkeit, unbekannte
    Termini in Sekundenbruchteilen nachzuschlagen. Ein immer größerer
    Teil des zum Verständnis nötigen Wissens wird also nicht durch
    Allgemeinbildung geliefert, sondern bei Bedarf erworben.

    Der Bewertung von Informationen kommt in einer Zeit, da die
    Verbreitung derselben faktisch kostenlos ist, eine große Bedeutung
    zu. Jede fähige Interessengruppe ist bemüht, ihre eigene Sicht der
    Welt auf so vielen Informationskanälen wie möglich zu verbreiten.
    Durch die vernachlässigbaren Kosten gelingt dies in einem viel
    größeren Maße als früher. Gleichzeitig wandelt sich die
    klassische journalistische Medienlandschaft, so dass einige der
    Aufgaben, die früher von professionellen Journalisten erledigt
    wurden, nun von jedem einzelnen Leser geleistet werden müssen. Noch
    dazu kommt, dass die natürliche Heuristik, einigen
    Darreichungsformen von Informationen mehr zu vertrauen als anderen,
    inzwischen durch Fortschritte in der Bild- und Videobearbeitung fast
    nutzlos geworden ist. Die (Werbe-)Psychologie arbeitet aktiv daran,
    Menschen auch unterbewusst zu beeinflussen. Hier muss Medienkompetenz
    auch für Musik sowie olfaktorische Reize geübt werden.
    Zum
    Seitenanfang

    Lernziele statt
    Lehrpläne

    Jeder Unterricht hat das Ziel, den Lernenden etwas ihnen bisher
    Unbekanntes bekannt zu machen oder etwas bereits Bekanntes durch
    Wiederholung im Gedächtnis zu festigen. Dies geschieht entweder
    durch bewusste Beschäftigung der Lernenden mit einem Thema oder
    durch Erlernen von Verhaltensweisen und Verfahren während der
    Beschäftigung mit einem anderen Thema. Sofern die Wahl von Themen
    oder Verfahrensweisen für das Lernziel nicht von besonderer
    Bedeutung ist, wird sie von den Lernenden getroffen.

    Den Lernenden soll bekannt sein, welches Lernziel jeweils verfolgt
    wird. Die Lernziele ergeben sich so, dass die allgemeinen Ziele der
    Bildung ausgehend vom jeweiligen Kenntnisstand, den Fähigkeiten und
    den Interessen der Lernenden möglichst weitgehend erreicht
    werden.
    Zum
    Seitenanfang

    Wissenschaft und
    Forschung


    Wissenschaft als Grundlage der gesellschaftlichen Entwicklung

    Wissenschaft ist ein wesentlicher Teil der Kultur und dient nicht
    nur als Grundpfeiler für technologische Entwicklung, sondern auch
    für die intellektuelle Entfaltung. Dazu leisten sowohl die erzielten
    Ergebnisse und deren Anwendungen als auch der Prozess des
    wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns ihren Beitrag. Die Wertschätzung
    und Förderung der Wissenschaft sind daher eine wichtige
    gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht durch kurzsichtige
    wirtschaftliche Interessen gesteuert werden darf. Insbesondere die
    Grundlagenforschung, die keinen direkten praktischen oder monetären
    Nutzen anstrebt, muss gefördert werden.


    Ethische Neutralität und Ideologiefreiheit der Wissenschaft

    Wissenschaftliche Erkenntnisse an sich unterliegen keiner
    ethischen Bewertung, eine Beeinflussung der wissenschaftlichen
    Entwicklung insbesondere in Form von Einschränkungen und Verboten
    aus politischen, religiösen oder sonstigen ideologischen Gründen
    ist deshalb abzulehnen. Konkrete Verfahrensweisen sowie praktische
    Anwendungen neu gewonnener Erkenntnisse müssen hingegen auf deren
    Vereinbarkeit mit ethischen und gesellschaftlichen Normen überprüft
    und bei Notwendigkeit eingeschränkt werden. Eine solche Überprüfung
    darf sich dabei nicht einseitig auf die möglichen Gefahren und
    Risiken fokussieren, sondern muss vorrangig den Nutzen sowohl für
    die Wissenschaft als auch für die Gesellschaft als Ganzes in
    Betracht ziehen.


    Wissenschaftlichkeit, Nachvollziehbarkeit und Transparenz der
    Forschung

    Die hohe Wertschätzung der Wissenschaft macht es unabdingbar,
    dass an wissenschaftliche Vorgänge hohe Anforderungen von
    Transparenz und Nachvollziehbarkeit gestellt werden.
    Wissenschaftliche Ergebnisse müssen stets in einer Form
    veröffentlicht werden, die eine unabhängige Überprüfung der
    dargelegten Ergebnisse und Schlussfolgerungen ermöglicht. Ebenso ist
    die Finanzierung von Forschungsprojekten und -einrichtungen
    transparent zu dokumentieren, um potentielle Interessenskonflikte und
    Einflussnahmen erkennen zu können. Insbesondere bei der Verwendung
    wissenschaftlicher Studien als Grundlage für politische
    Entscheidungen muss rigoros auf die Einhaltung entsprechender
    Transparenzforderungen geachtet werden. Einrichtungen und
    Forschungsbereiche, welche den Kriterien der Nachvollziehbarkeit und
    wissenschaftlicher Überprüfbarkeit nicht genügen, sollen vom Staat
    weder direkt bezuschusst noch indirekt (beispielweise durch Zulassung
    und Anerkennung entsprechender Bildungswege) gefördert werden.

    Offener
    Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen

    Wissenschaftliche Entwicklung kann nur durch den stetigen
    Austausch von Erkenntnissen gesichert und zum Wohle der Menschen
    verwendet werden. Rechtliche Schranken, die der Verhinderung von
    freiem Wissensaustausch insbesondere zum Zwecke der Überprüfung,
    der weitergehenden Forschung und der Bildung dienen, sind zu
    vermeiden. Aus öffentlicher Hand (teil-)finanzierte
    wissenschaftliche Informationen und Forschungsergebnisse sollen auch
    der Öffentlichkeit zugute kommen und damit für alle Bürger einfach
    und frei zugänglich sein.

    Freier Zugang zu Normen

    Normen sind etwas Allgemeingültiges und sollen jedem zugänglich
    sein. Es ist im Interesse des Verbrauchers und im Sinne des
    Transparenzgedankens hierbei keine finanziellen Hürden überwinden
    zu müssen. Die Finanzierung soll durch den Staat erfolgen; dies
    scheint in Anbetracht des Nutzens als gerechtfertigt.
    Zum
    Seitenanfang


    Recht auf sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe

    Jeder Mensch hat das Recht auf eine sichere Existenz und
    gesellschaftliche Teilhabe.

    Die Würde des Menschen zu achten und zu schützen ist das
    wichtigste Gebot des Grundgesetzes. Ein Mensch kann nur in Würde
    leben, wenn für seine Grundbedürfnisse gesorgt und ihm
    gesellschaftliche Teilhabe möglich ist. In unserer Geldwirtschaft
    ist dazu ein Einkommen notwendig.

    Wenn ein Einkommen nur durch Arbeit erzielt werden kann, muss zur
    Sicherung der Würde aller Menschen Vollbeschäftigung herrschen.
    Unter dieser Voraussetzung ist Vollbeschäftigung bislang ein großes
    Ziel der Wirtschaftspolitik. Sie wird auf zwei Wegen zu erreichen
    versucht: durch wirtschaftsfördernde Maßnahmen mit dem Ziel der
    Schaffung von Arbeitsplätzen oder durch staatlich finanzierte
    Arbeitsplätze mit dem vorrangigem Ziel der Existenzsicherung. Beide
    sind Umwege und verlangen umfangreiche öffentliche Mittel.

    Wenn jedoch öffentliche Mittel eingesetzt werden, muss dies
    möglichst zielführend geschehen. Da das Ziel ein Einkommen zur
    Existenzsicherung für jeden ist, sollte dieses Einkommen jedem
    direkt garantiert werden. Nur dadurch ist die Würde jedes Menschen
    ausnahmslos gesichert. So wie heute bereits u.a. öffentliche
    Sicherheit, Verkehrswege und weite Teile des Bildungssystems ohne
    direkte Gegenleistung zur Verfügung gestellt werden, soll auch
    Existenzsicherung Teil der Infrastruktur werden.

    Wir Piraten sind der Überzeugung, dass die überwältigende
    Mehrheit der Menschen eine sichere Existenz als Grundlage für die
    Entfaltung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Potenziale nutzen
    wird. Sichere Existenz schafft einen Freiraum für selbstbestimmte
    Bildung und Forschung sowie wirtschaftliche Innovation. Sie
    erleichtert und ermöglicht ehrenamtliches Engagement, beispielsweise
    die Pflege von Angehörigen, die Fürsorge für Kinder, unabhängigen
    Journalismus, politische Aktivität oder die Schaffung von Kunst und
    Freier Software. Davon profitiert die ganze Gesellschaft.

    Die Piratenpartei setzt sich daher für Lösungen ein, die eine
    sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe individuell und
    bedingungslos garantieren und dabei auch wirtschaftliche Freiheit
    erhalten und ermöglichen. Wir wollen Armut verhindern, nicht
    Reichtum.
    Zum
    Seitenanfang

    Geschlechter- und
    Familienpolitik

    Die Piratenpartei steht für eine zeitgemäße Geschlechter- und
    Familienpolitik. Diese basiert auf dem Prinzip der freien
    Selbstbestimmung über Angelegenheiten des persönlichen Lebens, das
    sich ableiten lässt aus Artikel 1 des Grundgesetzes. Die Piraten
    setzen sich dafür ein, dass Politik der Vielfalt der Lebensstile
    gerecht wird. Jeder Mensch muß sich frei für den selbstgewählten
    Lebensentwurf und die von ihm gewünschte Form gleichberechtigten
    Zusammenlebens entscheiden können. Das Zusammenleben von Menschen
    darf nicht auf der Vorteilnahme oder Ausbeutung Einzelner
    gründen.
    Zum
    Seitenanfang


    Freie Selbstbestimmung von geschlechtlicher und sexueller Identität
    bzw. Orientierung

    Die Piratenpartei steht für eine Politik, die die freie
    Selbstbestimmung von geschlechtlicher und sexueller Identität bzw.
    Orientierung respektiert und fördert. Fremdbestimmte Zuordnungen zu
    einem Geschlecht oder zu Geschlechterrollen lehnen wir ab.
    Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Geschlechterrolle, der
    sexuellen Identität oder Orientierung ist Unrecht.
    Gesellschaftsstrukturen, die sich aus Geschlechterrollenbildern
    ergeben, werden dem Individuum nicht gerecht und müssen überwunden
    werden.

    • Die Piratenpartei lehnt die
      Erfassung des Merkmals “Geschlecht” durch staatliche
      Behörden ab. Übergangsweise kann die Erfassung seitens des Staates
      durch eine von den Individuen selbst vorgenommene Einordnung
      erfolgen.

    • Der Zwang zum
      geschlechtseindeutigen Vornamen ist abzuschaffen.

    • Geschlechtszuordnende Operationen bei Kindern sind
      abzulehnen, wenn deren Selbstbestimmung dadurch eingeschränkt wird.

    Zum
    Seitenanfang


    Weltweite Anerkennung und Schutz selbstbestimmter geschlechtlicher
    oder sexueller Identität bzw. Orientierung

    Verfolgung aufgrund der geschlechtlichen oder sexuellen Identität
    bzw. Orientierung ist Unrecht. Wenn solche Verfolgung im
    Herkunftsland offiziell oder inoffiziell von staatlicher oder
    nichtstaatlicher Seite betrieben wird, muss sie als Asylgrund
    anerkannt werden. Die Betroffenen müssen ihre Geschlechtsidentität
    oder sexuelle Orientierung hierfür nicht nachweisen.

    In vielen Ländern der Welt werden Menschen wegen ihrer
    geschlechtlichen oder sexuellen Identität bzw. Orientierung
    diskriminiert oder kriminalisiert, wenn sie von der dort jeweils
    gültigen Norm abweicht. Eine solche Diskriminierung oder
    Kriminalisierung lehnen wir ab.

    Abweichende geschlechtliche oder sexuelle Identität bzw.
    Orientierung darf ferner nicht als Krankheit oder Perversion
    eingestuft werden.
    Zum
    Seitenanfang

    Freie
    Selbstbestimmung des Zusammenlebens

    Die Piraten bekennen sich zum Pluralismus des Zusammenlebens.
    Politik muss der Vielfalt der Lebensstile gerecht werden und eine
    wirklich freie Entscheidung für die individuell gewünschte Form des
    Zusammenlebens ermöglichen. Eine bloß historisch gewachsene
    strukturelle und finanzielle Bevorzugung ausgewählter Modelle lehnen
    wir ab.

    • Die Piraten setzen sich ein für
      die vollständige rechtliche Gleichstellung von Ehe und
      eingetragener Partnerschaft.

    • Die eingetragene Partnerschaft ist
      für alle Formen der Partnerschaft zu öffnen; Konzepte der
      Erweiterung der eingetragenen Lebenspartnerschaft zu einer
      eingetragenen Lebensgemeinschaft auch von mehr als zwei Personen
      müssen erarbeitet und verwirklicht werden.

    • Die eingetragene Lebenspartnerschaft ist – angelehnt an das
      französische PACS-Modell – als ziviler Solidarpakt zu gestalten.
      Dieser zivile Pakt soll eine flexiblere Übertragung von Rechten
      ermöglichen und vereinfachte und kostengünstigere
      Auflösungsverfahren sowie die Verlagerung des Vertragsschlusses von
      der staatlichen auf eine notarielle Ebene erlauben.

    Zum
    Seitenanfang

    Freie
    Selbstbestimmung und Familienförderung

    Die Piratenpartei setzt sich für die gleichwertige Anerkennung
    von Lebensmodellen ein, in denen Menschen füreinander Verantwortung
    übernehmen. Unabhängig vom gewählten Lebensmodell genießen
    Lebensgemeinschaften, in denen Kinder aufwachsen oder schwache
    Menschen versorgt werden, einen besonderen Schutz. Unsere
    Familienpolitik ist dadurch bestimmt, dass solche
    Lebensgemeinschaften als gleichwertig und als vor dem Gesetz gleich
    angesehen werden müssen.

    • Gleichberechtigte Möglichkeit der
      Kinderversorgung: Kinder zu haben, darf nicht zu Diskriminierung
      oder Benachteiligung führen. Aus der geschlechtlichen oder
      sexuellen Identität bzw. Orientierung darf sich weder ein Vorrecht
      noch eine Verpflichtung zu einer höheren oder geringeren Einbindung
      in die Kinderversorgung ergeben. Wir Piraten setzen uns ein für den
      Abbau noch bestehender gesellschaftlicher Erwartungshaltungen, die
      eine tatsächlich freie, individuelle Entscheidung verhindern oder
      erschweren.

    • Das Ehegattensplitting ist
      abzuschaffen. Steuerliche Vergünstigungen für Einzelpersonen oder
      Lebensgemeinschaften sind an die Versorgung von Kindern und
      schwachen Menschen zu binden.

    • Um die freie Selbstbestimmung
      eines Lebensentwurfes zu ermöglichen, sind ausreichende
      Betreuungsangebote für Kinder zu schaffen. Auf die prinzipielle
      Verfügbarkeit solcher Betreuungsangebote muss es einen
      Rechtsanspruch von Geburt an geben.

    • Kinder haben zu dürfen, muss von geschlechtlicher Identität
      bzw. Orientierung unabhängig sein. Auch gleichgeschlechtliche
      Lebensgemeinschaften müssen zusammen Kinder bekommen, adoptieren
      und aufziehen dürfen.

    Zum
    Seitenanfang

    Umwelt


    Nachhaltigkeit (Freiheit für nachfolgende Generationen)

    Die Piratenpartei steht für Nachhaltigkeit. Deshalb wollen wir so
    handeln, dass auch in Zukunft die Grundlagen für eine würdige
    Existenz in Freiheit vorhanden sind. Voraussetzung dafür ist ein
    transparenter und verantwortungsvoller Umgang mit den natürlichen
    Ressourcen.
    Zum
    Seitenanfang

    Lebenswerte
    Umwelt (Lebensgrundlagen sichern)

    Wir wollen eine gesunde und natürliche Umwelt erhalten. Dies
    bedeutet die Reduktion des Eintrages von schädlichen Stoffen in
    unsere Umwelt und den Schutz und die Wiederherstellung von
    Naturräumen, insbesondere denen mit einer hohen Artenvielfalt.
    Zum
    Seitenanfang

    Umgang mit Ressourcen

    Wir wollen einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Dafür
    müssen endliche und regenerative Ressourcen nachhaltig genutzt
    werden. Um nachfolgenden Generationen auch Möglichkeiten zu erhalten
    sollen generative Ressourcen in großem Umfang genutzt werden und
    soweit möglich die Verwendung von endlichen und regenerativen
    Ressourcen ersetzen.
    Zum
    Seitenanfang

    Energiepolitik

    Wir wollen eine langfristig sichere und umweltschonende
    Energie-Infrastruktur. Dies bedeutet eine Umstellung von endlichen
    Energieträgern auf generative und regenerative Energiequellen.
    Regenerative Energieträger sollen dabei nach dem Prinzip der
    Nachhaltigkeit genutzt werden und nicht in Konkurrenz zu anderen
    Umweltzielen stehen. Außerdem wollen wir eine transparente
    dezentralisierte Erzeugerstruktur. Nur so kann eine Partizipation
    jedes Bürgers erreicht und Monopolstellungen verhindert werden.
    Zum
    Seitenanfang

    Landwirtschaft

    Stärkung der
    Landwirtschaft

    Wir wollen eine leistungsfähige, regional angepasste
    Landwirtschaft, an der auch Kleinbetriebe gleichberechtigt teilnehmen
    können und die unter den Voraussetzungen von nachhaltigem
    Wirtschaften und ökologischem Verbraucherbewusstsein
    wettbewerbsfähig ist.

    Das erfordert in erster Linie ein Zusammenwirken aller
    Beteiligten. Neben den Landwirten und deren Verbänden gehören dazu
    auch der Lebensmittelhandel, Qualitätssiegel, Naturschutz- und
    Tierschutzverbände, aber auch die Vertreter der Politik und die
    Verbraucher. Wir wollen entsprechende Netzwerke transparent aufbauen
    und pflegen, in denen die Bedingungen, Möglichkeiten und deren
    Umsetzung gemeinsam ausgehandelt werden.
    Zum
    Seitenanfang

    Verbraucherwille

    Wir wollen erreichen, dass die landwirtschaftlichen Betriebe nicht
    wie bisher unter dem Preisdruck der Lebensmittelkonzerne und der
    verarbeitenden Industrie stehen. Wir wollen keine
    Landwirtschaftspolitik, die ausschließlich auf Wachstum abzielt,
    dabei aber weder die Nachhaltigkeit noch den Verbraucherwillen
    berücksichtigt.
    Zum
    Seitenanfang

    Netzwerk
    gentechnikfreier Regionen

    In der Charta von Florenz bekennen sich Regionen verschiedener
    europäischer Staaten dazu, gentechnisch veränderte Pflanzen nicht
    für den Anbau im Freiland zuzulassen und für die Landwirtschaft
    insgesamt abzulehnen.

    Wir wollen, dass Deutschland der Charta von Florenz beitritt und
    gentechnikfreie Region wird. Beeinträchtigungen der natürlichen
    Umwelt durch gentechnisch veränderte Organismen sind – einmal im
    Freiland ausgebracht – irreversibel und unvermeidbar.

    Es ist erwiesen, dass die Erträge durch konventionelle
    Zuchtverfahren stärker gesteigert werden konnten als durch die
    Gentechnik, dies bestätigt auch regelmäßig der Weltagrarbericht.
    Niemand müsste hungern, wenn Ressourcen, Wissen und die
    Möglichkeiten Lebensmittel zu erzeugen, gerecht verteilt würde.
    Zum
    Seitenanfang

    Industrielle
    Tierproduktion

    Die Piratenpartei Deutschland lehnt eine industrielle
    Massentierhaltung ab, weil diese die Lebensqualität in den
    ländlichen Räumen beeinträchtigt, mit unakzeptablen Standards in
    der Nutztierhaltung einhergeht, sowie die traditionelle bäuerliche
    Landwirtschaft gefährdet.

    Die Piratenpartei setzt sich für eine artgerechte Haltungsform
    aller Nutztiere ein.

    In dem Bereich der Federviehhaltung wollen wir die gleichen
    Ziele/Standards wie in der Legehennenhaltung erreichen.

    Die Haltung von Paarhufern ist über den Schlüssel der
    Großvieheinheiten (GVE) pro Hektar der landwirtschaftlichen
    Nutzfläche in der Region anzupassen.

    Bereits bestehenden Gesetzte und Verordnungen müssen konsequent
    angewendet und deren Einhaltung strenger als bislang kontrolliert
    werden.
    Zum
    Seitenanfang

    Für die
    Vielfalt in der Gesellschaft

    Migration
    bereichert die Gesellschaften

    Wir sehen die Vielfalt, die auch durch das Zusammenleben von
    Menschen unterschiedlicher Herkunft entsteht, als Bereicherung des
    gesellschaftlichen Lebens an. Wir erkennen den gegenseitigen Einfluss
    von Ausgrenzung durch die Mehrheitsgesellschaft und Segregation der
    als »fremd« gebrandmarkten Menschen und werten diese Situation
    als mit unseren Vorstellungen von Menschenwürde nicht vereinbar.

    Die technische Möglichkeit, vergleichsweise einfach über weite
    Strecken zu reisen, hat auch die Bedingungen für Migration
    grundlegend verändert. Die Bundesrepublik Deutschland ist seit
    Jahrzehnten ein Einwanderungsland. Sie ist zudem Bestandteil der
    Europäischen Union, die sich in einem Prozess der fortschreitenden
    Integration befindet und zusätzliche Kompetenzen übernimmt. Damit
    steht die deutsche Migrationspolitik vor einer vierfachen
    Herausforderung:
    Zum
    Seitenanfang


    Die Entwicklung der Europäischen Union führt auch zur vollständigen
    Freizügigkeit ihrer Bürger

    Innerhalb der Europäischen Union gelten inzwischen
    Arbeitsfreizügigkeit und Niederlassungsfreiheit ihrer Bürger. Wir
    sehen die Entwicklung der Europäischen Union zu einer vollständigen
    Wohnsitz-Freizügigkeit. Dem müssen auch die sozialen
    Sicherungssysteme Rechnung tragen. Angebote zum Spracherwerb und
    kulturelle Vielfalt gehören zu dieser Entwicklung zwangsläufig
    dazu.
    Zum
    Seitenanfang


    Die Ausgrenzung von Arbeitsmigranten über Generationen hinweg ist
    menschenunwürdig

    Menschen, die als Arbeitsmigranten oder aus ehemaligen Kolonien
    und Überseegebieten in die Europäische Union kamen, haben das
    Recht, hier heimisch zu werden. Dazu gehört die vollständige
    Integration in das Bildungswesen, in den Arbeitsmarkt und die
    Möglichkeit zur Teilhabe und Mitgestaltung des kulturellen und
    politischen Lebens.

    Soweit in Staaten der Europäischen Union noch ein
    Staatsangehörigkeitsrecht gilt, das auf die Abstammung zurückgreift,
    sind zusätzliche Regelungen zu schaffen, die den hier Geborenen die
    Staatsangehörigkeit des EU-Staats ihrer Geburt als unmittelbares
    Recht zusprechen. Zur Integration in das politische und
    gesellschaftliche Leben ist daher über mindestens zwei Generationen
    eine mehrfache Staatsangehörigkeit zu akzeptieren. Die
    Integrationsleistung der aufnehmenden Staaten ermisst sich daran,
    wieweit die Bürger mit Migrationshintergrund aus eigener
    Entscheidung auf eine mehrfache Staatsangehörigkeit verzichten.

    Es ist die Aufgabe der europäischen Staaten, für die reale
    Chance auf Bildung und beruflichen Erfolg von Menschen mit
    Migrationshintergrund zu sorgen. Es bedarf aktiven politischen
    Handelns, um Diskriminierungen abzubauen und ein gedeihliches
    Zusammenleben aller Menschen im Land zu erreichen. Um eine kommunale
    politische Mitwirkung zu erreichen, ist auch Menschen, die keine
    Staatsangehörigkeit eines EU-Staats haben, das Wahlrecht zu den
    kommunalen Vertretungskörperschaften am Ort ihres
    Lebensmittelpunktes zu sichern.
    Zum
    Seitenanfang

    Europa
    braucht wirtschaftliche Migration

    Für die wirtschaftliche Entwicklung der europäischen Staaten ist
    es zwingend notwendig, die Fähigkeiten und Fertigkeiten der hier
    lebenden Bürger zu fördern und zu nutzen. Die bisherigen
    Anstrengungen zu einer erfolgreichen Bildung der gesamten Bevölkerung
    lassen leider oft das Gegenteil vermuten. Doch die demographische
    Entwicklung der europäischen Staaten lässt die Perspektive zu, dass
    das allein für die wirtschaftliche Entwicklung und für die
    Sicherung der Sozialsysteme nicht ausreichen wird. Bis zum Aufbau
    eines weltweiten Ausgleichs wirtschaftlicher und sozialer
    Ungerechtigkeiten sind die Staaten Europas daher darauf angewiesen,
    dass Menschen hier ansässig werden und zur wirtschaftlichen
    Entwicklung beitragen. Dafür sind Regelungen zu schaffen, die die
    wirtschaftliche Immigration ordnen und die Wirtschaftsmigration von
    den Erfordernissen einer gesicherten Zuflucht vor Verfolgung und
    Kriegsfolgen klar trennen.

    Die Fristen bis zu einem dauerhaft abgesicherten Aufenthaltsrecht
    und zur Chance einer Einbürgerung sind deutlich zu senken, besondere
    Anstrengungen der Migranten zu Spracherwerb und beruflicher
    Integration sind positiv zu unterstützen, ihr Fehlen nicht als
    Vorwand für Diskriminierung zu verwenden. Für die berufliche
    Integration sind die Regeln zur Anerkennung ausländischer Bildungs-
    und Ausbildungsabschlüsse zu vereinfachen. Internationale
    vertragliche Regelungen zur gegenseitigen Anerkennung von
    Bildungsabschlüssen sind vordringlich anzustreben.
    Zum
    Seitenanfang

    Zuflucht
    vor Verfolgung und Krieg sicherstellen

    Zuflucht zu gewähren vor politischer Verfolgung und den Folgen
    von Krieg und Bürgerkrieg gehört zu den elementaren Verpflichtungen
    des Völkerrechts. Diese Pflicht ist eine europäische
    Gemeinschaftsaufgabe. Dem widerspricht es, wenn europäische Staaten
    – darunter auch die Bundesrepublik Deutschland – sich dieser
    Aufgabe zu entziehen versuchen. Menschen, die in Europa Zuflucht
    suchen, haben das Recht auf ein menschenwürdiges Leben, auf
    Bewegungsfreiheit und die Teilhabe an der Arbeitswelt, an Bildung und
    Kultur. Das gilt bereits, wenn die Gründe der Flucht noch nicht
    anerkannt sind. Es gilt auch, wenn eine Rückkehr in das
    Herkunftsland nicht möglich ist.
    Zum
    Seitenanfang

    Für
    die Trennung von Staat und Religion

    Freiheit und Vielfalt der kulturellen, religiösen und
    weltanschaulichen Einstellungen kennzeichnen die modernen
    Gesellschaften. Diese Freiheiten zu garantieren, ist Verpflichtung
    für das Staatswesen. Dabei verstehen wir Piraten unter
    Religionsfreiheit nicht nur die Freiheit zur Ausübung einer
    Religion, sondern auch die Freiheit von religiöser Bevormundung. Wir
    erkennen und achten die Bedeutung, die individuell gelebte
    Religiosität für den einzelnen Menschen erlangen kann.

    Trotz der von Verfassungs wegen garantierten Religionsfreiheit ist
    das Staatswesen der Bundesrepublik nicht frei von religiöser (und
    weltlicher) Privilegierung der traditionellen christlichen Kirchen.
    Hier gibt es einen Widerspruch, der durch Immigration und religiöse
    Differenzierung in der Gesellschaft zu größeren Verwerfungen führen
    kann.

    Die weltanschauliche Neutralität des Staates herzustellen, ist
    daher eine für die gedeihliche Entwicklung des Gemeinwesens
    notwendige Voraussetzung. Ein säkularer Staat erfordert die strikte
    Trennung von religiösen und staatlichen Belangen; finanzielle und
    strukturelle Privilegien einzelner Glaubensgemeinschaften, etwa im
    Rahmen finanzieller Alimentierung, bei der Übertragung von Aufgaben
    in staatlichen Institutionen und beim Betrieb von sozialen
    Einrichtungen, sind höchst fragwürdig und daher abzubauen. Im Sinne
    der Datensparsamkeit ist die Erfassung der Religionszugehörigkeit
    durch staatliche Stellen aufzuheben, ein staatlicher Einzug von
    Kirchenbeiträgen kann nicht gerechtfertigt werden.
    Zum
    Seitenanfang

    Gemeinsam gegen Rassismus

    Rassismus und kulturell begründete Diskriminierung sind nach wie
    vor ein gravierendes Problem, das dem friedlichen Zusammenleben in
    einer vielfältigen Gesellschaft im Wege steht. Gewalt und
    Einschüchterung aufgrund der Herkunft, Religion oder Kultur sind in
    jedem Fall inakzeptabel. Darum muss Rassismus und
    Ausländerfeindlichkeit jeder Form entschieden entgegengetreten
    werden, ebenso wie anderen Formen von gruppenbezogener
    Menschenfeindlichkeit. Biologistische Weltbilder, in denen Menschen
    bestimmter Abstammung anderen als von Natur aus überlegen angesehen
    werden, sind wissenschaftlich widerlegt und unvereinbar mit den
    Werten und Zielen der Piratenpartei, ebenso wie jene Ideologien, die
    ganzen Bevölkerungsgruppen kollektive Hegemoniebestrebungen
    unterstellen, um die angebliche Notwendigkeit eines “Kampf der
    Kulturen” zu propagieren. Beispiele für derartige Ideologien
    sind Antisemitismus und Islamhass. Dabei gilt es das Augenmerk nicht
    nur auf den rechten Rand der Gesellschaft zu legen, sondern
    Vorurteilen und Intoleranz auch in der Mitte der Gesellschaft beim
    Alltagsrassismus, latent antisemitischen Stereotypen und der um sich
    greifenden Islamfeindlichkeit entgegenzutreten.

    Die Piratenpartei möchte Kampagnen und Initiativen unterstützen,
    die sich zum Ziel gesetzt haben, das Verständnis zwischen
    verschiedenen Kulturen und Weltanschauungen zu verbessern, Vorurteile
    abzubauen und das Miteinander zu fördern. Ebenso solche, die
    rechtsextremen Aktivitäten entgegentreten und Menschen dabei helfen
    wollen, sich aus einschlägigen Kreisen zu lösen.
    Zum
    Seitenanfang

    Gesundheitspolitik

    Die PIRATEN stehen für eine zukunftsfähige und solidarische
    Gesundheitspolitik mit folgenden Zielen:

    1. Bei den PIRATEN steht der Mensch
      im Mittelpunkt des Gesundheitssystems.

    2. Die PIRATEN streben eine am
      Patientennutzen orientierte Gesundheitsversorgung an.

    3. Mit den PIRATEN wird das Gesundheitswesen über solidarische
      Beiträge finanziert und effizient organisiert.

    Zum
    Seitenanfang


    Bei den PIRATEN steht der Mensch im Mittelpunkt des
    Gesundheitssystems.

    Mit den PIRATEN steht im Gesundheitswesen das Wohl der Menschen im
    Vordergrund und nicht die Gewinnmaximierung.

    Gesundheitliche
    Bildung und Gesundheitskultur

    Die PIRATEN streben für alle Altersstufen und in allen
    Lebensbereichen die Förderung und Erhaltung von Gesundheit durch
    eine umfassende Gesundheitsbildung und freien Zugang zu neutralen
    Informationen an. Dazu zählt insbesondere die Einbeziehung der
    Gesundheitslehre in den Schulunterricht. Dabei wird ein Basiswissen
    über die Entstehung von Gesundheit, häuslicher
    Gesundheitsversorgung, Erster Hilfe, die Möglichkeiten eines
    eigenverantwortlichen, gesundheitsfördernden Verhaltens und die
    Grundzüge des Gesundheitssystems vermittelt. Es wird eine
    gesellschaftliche Diskussion angestoßen um eine Gesundheitskultur zu
    entwickeln, welche den respektvollen und menschenwürdigen Umgang mit
    Altern, Krankheit und Sterben fördert.

    Prävention

    Prävention zur Vermeidung von Erkrankungen ist eine zentrale
    Aufgabe des Gesundheitswesens. Dabei umfasst Prävention neben der
    Früherkennung von Krankheiten auch die Analyse und Veränderung von
    krankheitsfördernden Bedingungen in Umwelt, Gesellschaft und Beruf.


    Inklusion von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen

    Die PIRATEN betrachten krankheits- oder störungsbedingte
    Einschränkungen, chronische Erkrankungen oder Störungen sowie
    Behinderungen als Bestandteile des menschlichen Lebens und setzen
    sich deshalb für die Einbeziehung Betroffener am gesellschaftlichen
    Leben im Sinne der Inklusion ein.
    Zum
    Seitenanfang


    Die PIRATEN streben eine am Patientennutzen orientierte
    Gesundheitsversorgung an.

    Die Beschwerden der Patienten schnell und wirksam zu erkennen, zu
    heilen, ihre Leiden zu lindern und sie bei Bedarf zu pflegen, ist
    Aufgabe der Gesundheitsversorgung. Mit dem Patienten im Mittelpunkt
    werden der menschliche Kontakt und die Zuwendung zum Patienten sowie
    seine Bedürfnisse aufgewertet. Der Verbesserung der wertschätzenden
    Kommunikation zwischen allen Beteiligten kommt eine besonders hohe
    Bedeutung zu. Es sind geeignete Infrastrukturen und Anreize zu
    schaffen, um das Gesundheitssystem am Behandlungsergebnis und am
    Patientennutzen auszurichten.

    Der selbstbestimmte
    Patient

    Der Mensch ist im Gesundheitssystem so weit wie möglich
    selbstbestimmt. Seine Würde und Autonomie sind zu respektieren. Im
    Rahmen seiner Möglichkeiten entscheidet er über die Form,
    Intensität und Reichweite der Behandlung. Die Voraussetzung für
    eine selbstbestimmte Entscheidung ist die Transparenz des
    Leistungsangebotes und der Ergebnisqualität der Leistungserbringer.
    Die Kooperation zwischen Leistungserbringer und Patient wird
    gefördert. Die PIRATEN unterstützen Maßnahmen, die eine
    Verbesserung der Patientenaufklärung und der Einbeziehung des
    Patienten in Behandlungsentscheidungen und -abläufe zum Ziel haben.
    Darüber hinaus werden die PIRATEN auch nach der Einführung des
    Patientenrechtegesetzes den kontinuierlichen Ausbau der unabhängigen
    Patientenberatung voranbringen.

    Wirtschaftlichkeit

    Maßnahmen, die geeignet sind, die Versorgungsqualität zu erhöhen
    und in der Gesamtheit die Kosten zu reduzieren, werden von den
    PIRATEN unterstützt. Hierzu zählt beispielsweise die
    berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit zwischen allen im
    Gesundheitswesen Beteiligten. Eine nachhaltige Gesundheitspolitik
    zielt jedoch ausdrücklich nicht nur auf Kostensenkung. Vielmehr
    erreicht man tatsächliche Wirtschaftlichkeit häufig eher, wenn man
    mehr Geld für Qualität und Betreuung ausgibt, die sich dann durch
    niedrigere Folgekosten bezahlt macht.

    Freie Wahl

    Jeder Mensch hat die freie Wahl bei qualifizierten
    Leistungserbringern, nachweislich wirksamen Behandlungsmethoden und
    anerkannten Arzneimitteln. Die Versorgungsangebote sind von Seiten
    der Patienten ohne Beachtung von Sektorengrenzen frei wählbar. Die
    Leistungserbringer entscheiden, in welcher Form sie ihren Beruf
    ausüben – ob in niedergelassener Praxis, in gemeinschaftlicher
    Berufsausübung, innerhalb eines Medizinischen Versorgungszentrums
    oder als angestellter Arzt einer Institution. Ziel der Behandlung ist
    eine hohe Ergebnisqualität.

    Kommunale Anbieter

    In unterversorgten Gebieten erhalten Kommunen das Recht,
    hausärztliche Vertragsarztsitze zu übernehmen und dort Ärzte
    anzustellen. Zudem sollen mobile Arztpraxen Einzug in die
    Regelversorgung finden können.

    Palliative Versorgung

    Bei Patienten, bei denen am Lebensende oder bei schweren
    chronischen Erkrankungen keine Heilung mehr möglich ist, soll durch
    eine palliative Versorgung das Leiden gemindert werden. Ein
    qualifiziertes verbreitetes Angebot an pflegerischer und
    medizinischer Palliativbetreuung erleichtert Patienten den Weg am
    Lebensende und hilft Angehörigen bei deren Begleitung und Betreuung.
    Der Ausbau solcher Angebote ist weiter zu fördern.

    Fachkräftemangel

    Die Arbeitsbedingungen und Ausbildungskapazitäten im
    Gesundheitswesen sind so zu gestalten, dass dem Fachkräftemangel
    entgegengewirkt wird.
    Zum
    Seitenanfang


    Mit den PIRATEN wird das Gesundheitswesen über solidarische Beiträge
    finanziert und effizient organisiert.

    Finanzierung

    Alle Bürger beteiligen sich an der Finanzierung des
    Gesundheitswesens. Die individuelle finanzielle Leistungsfähigkeit
    wird berücksichtigt. Privilegien der Privaten
    Krankenversicherungsunternehmen sind im Interesse einer einkommens-
    und vermögensunabhängigen Gesundheitsversorgung abzuschaffen.

    Leistungskatalog

    Abwägungen zwischen den Interessen von Patienten auf Versorgung
    und denen der Allgemeinheit auf Beschränkung der Finanzierung auf
    wirksame, notwendige und wirtschaftliche Leistungen sind
    erforderlich. An Entscheidungen über den Leistungskatalog sind neben
    den Vertretungen der Selbstverwaltung auch weitere Vertretungen der
    wirtschaftlichen Interessen der Leistungserbringer und Kostenträger
    sowie Patientenorganisationen gleichberechtigt zu beteiligen. Die
    Versorgung mit medizinisch notwendigen Leistungen erfolgt unabhängig
    von der finanziellen Leistungsfähigkeit des Patienten und der Form
    der Versicherung. Längere Wartezeiten abhängig von der
    Versicherungsart sind nicht akzeptabel. Die qualitativen und
    quantitativen Unterschiede der Versorgung dieser Gruppen sind
    unabhängig zu erheben und öffentlich darzustellen.

    Informations-
    und Kommunikationstechnologie

    Die PIRATEN setzen sich dafür ein, dass die Bürger über alle
    sie betreffenden personenbezogenen Daten Kenntnis und Kontrolle
    erlangen können, die im Zusammenhang mit Erkrankungen und
    Behandlungen gespeichert werden. Um die Zusammenarbeit zwischen den
    verschiedenen Akteuren des Gesundheitswesens zu erleichtern, setzen
    sich die PIRATEN für eine schnellere Etablierung offener Standards
    zur elektronischen Kommunikation ein. Der Datenschutz ist auf
    höchstem Niveau sicher zu stellen. Die Einnahmen und Ausgaben des
    Gesundheitssystems sind zeitnah, übersichtlich und nachvollziehbar
    darzustellen. Die Darstellung ist so vorzunehmen, dass der Anteil für
    unmittelbar dem Patienten zu Gute kommende oder an ihm erbrachte
    Leistungen transparent ist. Die Organisation des Gesundheitswesens
    erfolgt in allen Bereichen transparent, effizient und möglichst
    papierlos.

    Ein
    transparentes und faires Abrechnungssystem

    Gleiche Leistungen bei vergleichbarer Qualität werden
    grundsätzlich unabhängig von Art und Struktur des
    Leistungserbringers gleich und angemessen bezahlt. Bei
    Pauschalierungen des Abrechnungssystems ist zu berücksichtigen, dass
    Behandlungen von Patienten mit besonderem Aufwand angemessen
    berücksichtigt werden. Die PIRATEN befürworten eine Vereinfachung
    und Vereinheitlichung der Abrechnung von Leistungen im
    Gesundheitssystem. Wenn unterschiedliche Beträge für gleiche
    Leistungen bezahlt werden sollen, ist das zu rechtfertigen. Die
    PIRATEN setzen sich dafür ein, dass die Vergütung der
    Leistungserbringer im Gesundheitswesen angemessen, transparent und
    planbar ist.

    Qualität

    Alle Abläufe im Gesundheitswesen werden hinsichtlich der
    medizinischen Qualität und der Wirtschaftlichkeit unter
    Berücksichtigung ethischer Gesichtspunkte durch unabhängige
    Institutionen wissenschaftlich begleitet. Die daraus abzuleitenden
    Maßnahmen sind umzusetzen, falls Verbesserungsbedarf festgestellt
    wird. Damit wird gewährleistet, dass die für die
    Gesundheitsversorgung vereinnahmten Gelder zuverlässig und sinnvoll
    zur Bedarfsdeckung aller Patienten verwendet werden.
    Zum
    Seitenanfang

    Drogenpolitik

    Die deutsche Drogenpolitik setzt seit 40 Jahren fast
    ausschließlich auf das Mittel der Prohibition und verfolgt damit das
    unrealistische Ziel einer drogenfreien Gesellschaft. Aus
    einschlägigen Studien als wenig sucht- und gesundheitsgefährdend
    bekannte Stoffe bleiben verboten, während zugleich gefährlichere
    Substanzen wie Alkohol und Tabak in der Gesellschaft akzeptiert
    werden, ebenso Pharmaprodukte mit hohem Suchtpotential. Es wird an
    Gesetzen festgehalten, die wenig wirkungsvollen Jugendschutz
    beinhalten, die tatsächliche Gefährlichkeit nicht berücksichtigen,
    Polizei und Gerichte überlasten, sowie die Bürger Jahr für Jahr
    Milliarden an wirkungslos eingesetzten Steuergeldern kosten.
    Zum
    Seitenanfang

    Neue Drogenpolitik

    Die Piratenpartei Deutschland steht für eine repressionsfreie
    Drogenpolitik und will ein Ende der gescheiterten Prohibition. Wir
    lehnen die heutige, wissenschaftlich nicht haltbare Unterscheidung in
    legale und illegale Stoffe ab und fordern die objektive Bewertung und
    Handhabung aller psychoaktiven Substanzen alleine anhand ihres
    Gefahrenpotentials. Die derzeitige nicht faktenbasierte Bevormundung
    Erwachsener beim verantwortungsvollen Umgang mit Rausch- und
    Genussmitteln widerspricht der Grundüberzeugung der PIRATEN und
    unserem Verständnis einer mündigen Gesellschaft. Die bisherige
    Kriminalisierung der Konsumenten muss beendet und der damit
    verbundene Schwarzhandel durch kontrollierte Erwerbsstrukturen
    ersetzt werden. So ergeben sich dann Rahmenbedingungen, die – anders
    als heute – viele Probleme beseitigen, die alleine auf Grund von
    gefährlichen Beimischungen und mangelnder Hygiene entstehen.
    Zum
    Seitenanfang

    Regeln,
    helfen und leiten statt strafen

    Prävention muss ehrlich und sachlich sein, um nachhaltig
    überzeugen zu können.

    Notwendige Regelungen im Rahmen einer neuen Drogenpolitik bedürfen
    der Einbeziehung aller Beteiligten und Betroffenen zur Gestaltung
    ideologiefreier und realitätsorientierter Konzepte. Gesetze,
    Verordnungen und Abgaberegelungen dürfen nur zum Schutz vor
    tatsächlichen Gefahren erlassen werden, nicht auf Grund
    ideologischer oder wirtschaftlicher Argumente. Ein barrierefreier und
    unzensierter Zugriff auf alle Informationen auch zu jeglichen Drogen
    ist jedem Bürger zu gewährleisten.
    Zum
    Seitenanfang

    Jugendschutz

    Die PIRATEN sprechen sich ausdrücklich für sinnvolle und
    notwendige Gesetze oder Verordnungen zum Schutz von Kindern und
    Jugendlichen aus. Jeder soll sich der Verantwortung bewusst sein,
    Kinder und Jugendliche umfassend und faktenbasiert über die Gefahren
    des Rauschmittelkonsums zu informieren. Ein wirksamer Jugendschutz
    kann nachweislich nicht durch Reglementierung und Verbote erreicht
    werden. Statt dessen muss ein offener, sachlicher Umgang mit dem
    Thema in Form umfangreicher Aufklärung in Schulen und
    Freizeiteinrichtungen gesetzliche Regelungen ergänzen. Ein bereits
    im Kindesalter gezielt vermitteltes selbstbestimmtes Verhalten ist
    der beste Weg diesen Herausforderungen und Reizen charakterstark zu
    begegnen.
    Zum
    Seitenanfang

    Forschung und Medizin

    Die PIRATEN befürworten die Erforschung derzeit illegaler Stoffe
    zu therapeutischen Zwecken. Eine weitere Blockade wissenschaftlicher
    Arbeit lediglich aufgrund dogmatischer Argumente ist nicht länger
    hinnehmbar. Patienten sollen in der freien Wahl der Behandlung nicht
    eingeschränkt werden. Welche Substanzen zur Behandlung verwendet
    werden können, soll alleine Sache des geschulten, behandelnden
    Arztes und des aufgeklärten Patienten sein. Dabei muss umfassend
    über die Gefahren aller verwendeten Mittel aufgeklärt werden.

    Ein freiheitlich selbstbestimmter Umgang steht nicht im
    Widerspruch zu Schutz, Prävention und Aufklärung.
    Zum
    Seitenanfang

    Suchtpolitik

    Von alters her sind Rausch und Sucht Bestandteil jeder Kultur.
    Diese Tatsache erfordert es, sich vorurteilsfrei mit dem Konsum von
    Genussmitteln und dessen Folgen auseinanderzusetzen, um mit einer
    pragmatischen Suchtpolitik Schaden von der Gesellschaft abzuwenden.

    Die bisherige, repressive, vorwiegend auf Abstinenz abzielende
    Drogenpolitik ist offensichtlich gescheitert: Sie schuf einen
    Schwarzmarkt, der weder Jugend- noch Verbraucherschutz kennt und die
    Rechte von Nichtkonsumierenden ignoriert.

    Die Piraten folgen einer auf wissenschaftlichen Fakten beruhenden
    Suchtpolitik. Basis dieser Suchtpolitik sind:
    Zum
    Seitenanfang

    Umfassende,
    ideologiefreie Aufklärung

    Jede Lust und Begierde kann zu einer Abhängigkeit führen. Dieser
    Kontrollverlust über die eigenen Bedürfnisse soll durch
    frühstmögliche Prävention vermieden werden. Grundlage
    risikobewussten, hedonistischen Verhaltens ist das Wissen über
    Wirkung, Nebenwirkung und mögliche gesundheitliche Schäden nicht
    nur von illegalisierten Genussmitteln, sondern von allem, was in
    irgendeiner Weise zur Sucht führen kann. Dieses Wissen muss von
    Kindheit an vermittelt werden.
    Zum
    Seitenanfang

    Eigenverantwortung
    und Genusskultur

    Nur wer seine Bedürfnisse zu reflektieren und Gruppenzwang zu
    widerstehen gelernt hat, kann selbstbewusst und selbstbestimmt
    genießen. Genuss und Rausch sind Bestandteil unserer Gesellschaft
    und erfüllen grundlegende, soziale Funktionen. Der Respekt vor der
    freien Entscheidung des Individuums und das Vertrauen in seine
    Vernunft und seine Begabung zur Lebensfreude ist die Voraussetzung
    zur Etablierung einer Genusskultur, die den Rausch als schöpferische
    Möglichkeit zu nutzen versteht.
    Zum
    Seitenanfang

    Jugend- und
    Verbraucherschutz

    Der Konsum und der Erwerb von Genussmitteln muss legalisiert
    werden. Andernfalls ist der Staat nicht in der Lage, regulierend
    einzugreifen. Durch die Prohibition stiehlt sich der Staat fahrlässig
    aus der Verantwortung und überlässt seine Bürger einem
    unkontrollierbarem Schwarzmarkt ohne Jugend -und Verbraucherschutz.
    Legalisierte Genussmittel könnten endlich einer staatlichen
    Qualitätskontrolle unterliegen. Beim Erwerb von Genussmitteln soll
    künftig ein Beipackzettel zur Verfügung stehen, der über Art und
    Dosis als auch über Hilfsangebote informiert.
    Zum
    Seitenanfang

    Hilfe für
    Risikokonsumenten

    Nicht jeder kann mit Genussmitteln verantwortungsvoll umgehen.
    Abhängige und Abhängigkeitsgefährdete brauchen unser Verständnis
    und niedrigschwelligen Zugang zu allen Ebenen der Suchthilfe. Die
    Piraten werden schadensminimierende Sofortmaßnahmen wie
    Spritzenabgabe und Drug Checking ermöglichen. Der flächendeckende
    Ausbau des Netzes an Beratungs -und Hilfseinrichtungen wird nicht nur
    die größte Not lindern, sondern Angehörige und Co-Abhängige
    miteinbeziehen. Krankenkassen und Gesundheitssysteme werden so
    entlastet.
    Zum
    Seitenanfang

    Schutz von
    Nichtkonsumierenden

    Staatliche Reglementierung sollte sich darauf beschränken,
    Verhalten zu sanktionieren, das Dritten schadet. Der Staat muss die
    Freiheitsrechte aller Bürger achten. Allgemeine Drogentests am
    Arbeitsplatz lehnen die Piraten ab. Sie sind auf gefährliche Berufe
    und Tätigkeiten zu begrenzen. Ebenso dürfen drogenpolitische
    Scheuklappen die medizinische Versorgung von Schmerzpatienten nicht
    beeinträchtigen.

    Diese fünf Punkte sind die Grundlage einer Suchtpolitik, in deren
    Mittelpunkt der verantwortungsbewusste Mensch und kein illusorisches
    Abstinenzziel steht. Betrachtet man dann noch die Milliarden, die
    durch die Einstellung der Strafverfolgung eingespart und die
    Milliarden, die durch eine angemessene Besteuerung von Genussmitteln
    erwirtschaftet werden können, kann man davon ausgehen, dass diese
    pragmatische Suchtpolitik detailliert umgesetzt werden kann.
    Zum
    Seitenanfang

    Jugendschutz

    Die individuelle Freiheit eines jeden Menschen eines der höchsten
    Güter, die es zu schützen gilt, und eine Einschränkung dieser
    ausgehend vom Staat ist nur dann gerechtfertigt, wenn die Freiheit
    Dritter beschnitten oder ihre Sicherheit gefährdet wird.
    Jugendschutzmaßnahmen stellen eine solche Einschränkung dar, da sie
    eine Filterung der Einflüsse auf Heranwachsende bewirken. Sie
    sollten daher nur erlassen werden, wenn sie direkt dem wichtigen Ziel
    des Schutzes der Jugend dienen und durch deren Einsatz eine
    nachgewiesene Gefährdung von Kindern und Jugendlichen abgewendet
    werden kann.
    Unter den gegebenen Umständen sehen wir die aktuellen
    Bestimmungen zum Jugendschutz in Deutschland als zu streng,
    überbürokratisiert und nicht zeitgemäß an. Zudem sind sie so
    unpraktisch, dass sie sogar von verantwortungsbewussten Eltern
    regelmäßig ignoriert werden, anstatt diese in ihrer
    Erziehungsaufgabe zu unterstützen.

    Auch hat der Einzug von Computern und Internet ins tägliche Leben
    viele aus der analogen Zeit stammenden Ansätze im Jugendcshutz vor
    enorme Herausforderungen gestellt, welche sowohl mit dem Aufkommen
    neuer Inhaltsformen wie Computerspielen oder sozialen Netzwerken als
    auch mit der Etablierung des Internets als einer globalen alters- und
    länderunabhängigen Kommunikationsstruktur zusammenhängen. Eine
    mechanische Übertragung von Praktiken der Vergangenheit, die für
    andere Medien entwickelt und eingesetzt wurden, kann diesen
    Herausforderungen auf keinen Fall gerecht werden. Vorgehen, welche
    die veränderten Gegebenheiten nicht beachten, werden leicht zur
    Gefahr für die Privatsphäre und die Kommunikationsfreiheit der
    Bürger.


    Aufklärung, Eigenverantwortung und Medienkompetenz

    Anstelle der Überregulierung und Bevormundung von Bürgern,
    welche die Grundlage der jetzigen Jugendschutzregelungen bilden, muss
    der Schwerpunkt von Jugendschutzbestimmungen bei Aufklärung und
    Vermittlung von Medienkompetenz sowohl für die Kinder und
    Jugendlichen als auch für die Erziehungsberechtigten liegen. Der
    verantwortungsvolle Umgang mit Medien muss in der Gesellschaft durch
    umfassende Bildungs- und Informationsmaßnahmen gefördert werden.
    Dadurch können die Gefahren des digitalen Zeitalters gebannt werden,
    ohne dass dabei eine zensurähnliche Einschränkung der
    Kommunikationsfreiheit vorgenommen werden muss.


    Kein Missbrauch von Jugendschutzargumenten zu Zensurzwecken

    Argumente des Jugendschutzes werden oftmals dazu verwendet, den
    Zugang zu bestimmten Inhalten, wie beispielweise Filmen und
    Videospielen, in Deutschland erheblich zu erschweren. Zwar soll
    etwaiger Jugendschutz, wie der Name schon sagt, ausschließlich für
    Minderjährige gelten, die aktuelle Gesetzeslage in Bezug auf Medien
    schränkt allerdings auch Volljährige ein. Eine noch größere
    Gefahr liegt in der Übertragung der für alte Medien entwickelten
    Maßnahmen auf neue Kommunikationsstrukturen im Netz, da dies die
    gesetzliche Grundlage für eine Zensur des Internets bildet.


    Individuelle Regelungen statt einheitlicher Alterseinstufung

    Jeder Mensch entwickelt sich anders und in einem für ihn selbst
    eigenen Tempo. Die eigene Reife zu beurteilen, vermögen, wenn
    überhaupt, nur Nahestehende oder die Person selbst. Der Staat
    hingegen setzt den Reifegrad eines Heranwachsenden und somit dessen
    Eignung für bestimmte Inhalte mit seinem Alter gleich. Diese
    Regelung ist unzureichend, da sie die individuelle Entwicklung der
    Jugendlichen völlig ausklammert und ihnen somit niemals gerecht
    werden kann. Da für die Erziehung die jeweils Erziehungsberechtigten
    verantwortlich sind, sollten Altersfreigaben keinesfalls bindend
    sein, wie es gegenwärtig der Fall ist. Verbindliche
    Alterskennzeichnungen sind Einmischungen in private
    Erziehungsangelegenheiten, die dem Individuum auf diesem Wege
    bestimmte Ideale und Wertevorstellungen aufdrängt. Altersfreigaben
    sollten somit lediglich eine Hilfestellung für die
    Erziehungsberechtigten bei der Beurteilung bestimmter Inhalte
    darstellen und sie nicht von ihrem Erziehungsauftrag entbinden.

    Regelungen
    nur auf wissenschaftlicher Grundlage

    Grundsätzlich bedarf die heutige Auslegung des Jugenschutzes
    einer kritischen, wissenschaftlichen Evaluierung, welche auf die
    Gefahren bestimmter Inhalte wie auch auf die Effizienz der
    eingesetzten Maßnahmen eingeht. Es ist inakzeptabel, dass Verbote
    oder Einschränkungen von medialen Inhalten – insbesondere von
    Videospielen – häufig auf fragwürdiger oder widersprüchlicher
    wissenschaftliche Grundlage verordnet werden. Viele der von anderen
    Politikern zitierten Studien zum Thema “gewalthaltige Medien”
    widersprechen einander oder entsprechen nicht den Kriterien
    wissenschaftlicher Arbeit. Eindeutige Ergebnisse lassen sich daraus
    nicht ableiten. Bestehende Regelungen müssen überprüft, mit
    aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen – sofern vorhanden –
    abgeglichen, neu evaluiert und gegebenenfalls entsprechend der
    wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst werden. Selbiges gilt für
    etwaige geplante Regelungen. Zu diesem Zweck ist auch weitere
    Forschung auf den entsprechenden Gebieten notwendig.
    Zum
    Seitenanfang

    Whistleblowerschutz

    Präambel

    Die Gesellschaft muss aufgeklärt werden, dass Whistleblowing eine
    Form der Zivilcourage ist, die unbedingt unterstützt und geschützt
    werden muss. Journalistische Quellen werden heute schon als wertvoll
    erachtet und sind in Deutschland bereits gut geschützt.

    Der Begriff “Whistleblower” hat keine exakte deutsche
    Entsprechung. Ein “Whistleblower” ist für uns jemand der
    Missstände und illegales Handeln, wie beispielsweise Korruption,
    Insiderhandel oder allgemeine Gefahren, von denen er an seinem
    Arbeitsplatz, bei medizinischen Behandlungen oder bei anderen
    Gelegenheiten erfährt, an die Öffentlichkeit bringt.
    Zum
    Seitenanfang

    Schutz von Whistleblowern

    Die Piratenpartei Deutschland erachtet Whistleblower als wichtiges
    Korrektiv in jeder freien und demokratischen Gesellschaft. Dazu ist
    einerseits erforderlich, eine allgemeine gesetzliche Regelung zum
    Schutz von Whistleblower zu finden. Andererseits muss die
    Gesellschaft darüber aufgeklärt werden, dass Whistleblower einen
    gesellschaftlichen Wert haben, wie dies für Presseinformanten schon
    etabliert ist.

    Die Piratenpartei Deutschland wendet sich außerdem gegen die
    Einteilung in gute und schlechte Whistleblower. Die Einschätzung von
    Whistleblowing kann und darf nicht von der eigenen Interessenlage
    abhängen.

    Die Piratenpartei Deutschland setzt für eine allgemeine
    gesetzliche Regelung zum Whistleblowerschutz ein, da diese dringend
    notwendig ist. Die durch das Bundesverfassungsgericht und durch das
    Bundesarbeitsgericht gesetzte Rechtsprechung in Bezug auf
    Whistleblowing ist für den juristischen Laien nicht verständlich
    und stellt somit eine nicht hinzunehmende Rechtsunsicherheit dar.
    Jeder Whistleblower begibt sich dadurch in straf- und zivilrechtliche
    Unwägbarkeiten. Dazu ist es notwendig, dass der Gesetzgeber das
    bisherige Vorgehen, einzelne begrenzte Rechtsbereiche unter Schutz zu
    stellen, aufgibt und stattdessen einen generellen und umfassenden
    Schutz für Whistleblower mit notwendigen Ausnahmen festschreibt.
    Zum
    Seitenanfang

    Recht

    Wir lehnen eine Aushöhlung des Anspruches auf den gesetzlichen
    Richters durch Phänomene wie “forum shopping” und
    “fliegenden Gerichtsstand” ab. Es darf nicht im Belieben
    eines Klägers stehen, die Klage gerade dort zu erheben, wo er sich
    die besten Chancen ausrechnet. Durch die Rechtsprechung, bei
    Veröffentlichungen im Internet einen Erfolg überall anzunehmen, wo
    der entsprechende Inhalt abgerufen werden kann, ist das Konzept des
    Gerichtsstandes am Erfolgsort nicht mehr zeitgemäß und erlaubt die
    willkürliche Auswahl eines beliebigen Gerichts. Wir wollen eindeutig
    regeln, welches Gericht für die Entscheidung eines Rechtsstreits
    zuständig ist.
    Zum
    Seitenanfang

    Informationsfreiheitsgesetze

    In deutschen Behörden galt bisher der Grundsatz der
    Amtsverschwiegenheit. Um in Akten der öffentlichen Verwaltung
    einsehen oder aus ihnen Auskünfte erlangen zu können, musste ein
    berechtigtes Interesse nachgewiesen werden.

    Nahezu alle westlichen Industrienationen gewähren dagegen zum
    Teil schon seit längerem ein voraussetzungsloses jedermanns Recht
    auf Akteneinsicht und Aktenauskunft, ohne dass die Anträge begründet
    werden müssen. Erst seit wenigen Jahren gewinnt Deutschland langsam
    Anschluss an diesen internationalen Standard.

    Immer mehr setzt sich auch hier die Erkenntnis durch, dass
    Transparenz der öffentlichen Verwaltung nicht nur die demokratischen
    Beteiligungsrechte der Bürgerinnen und Bürger stärkt und damit der
    Staatsverdrossenheit entgegenwirkt, sondern dass sie Manipulationen
    und Korruption erschwert.

    Jedermann hat, ohne einen Grund für seinen Antrag angeben zu
    müssen, grundsätzlich freien, ersatzweise beschränkten
    Informationszugang zu allen – hoheitlichen und fiskalischen –
    Verwaltungsvorgängen.

    Zur Wahrung dieses Rechts stellt die Piratenpartei folgende
    Mindestanforderungen an Informationsfreiheitsgesetze (IFG):

    • Ausnahmen, zum Beispiel der Schutz
      besonderer öffentlicher Belange sowie personenbezogener Daten und
      Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen, sind eng und nur unter
      Abwägung mit ggf. höherrangigen Rechten zuzulassen.

    • Die Akteneinsicht und
      Aktenauskunft hat innerhalb einer vorgeschriebenen kurzen Frist zu
      erfolgen.

    • Die für die Akteneinsicht zu
      erhebenden Verwaltungsgebühren sind so zu gestalten, dass sie das
      Informationsrecht der Bürgerinnen und Bürger nicht behindern.

    • Einfache Auskünfte und die
      Einsichtnahme in Akten bei nur geringem Verwaltungsaufwand sollten
      grundsätzlich kostenlos sein.

    • Ablehnungen von Anträgen sind zu
      begründen und müssen gerichtlich nachprüfbar sein.

    • Die Einhaltung der Informationsfreiheitsgesetze ist durch
      einen Informationsfreiheitsbeauftragten, an den sich jeder
      beschwerdeführend wenden kann, zu überwachen.

    Zum
    Seitenanfang

    Wirtschaft und Finanzen

    Präambel

    Die Wirtschafts-, Finanz- und Sozialordnung soll allen Menschen
    und der Gemeinschaft dienen. Traditionelle Kennzahlen, wie etwa das
    Bruttoinlandsprodukt (BIP) oder die Wachstumsrate, die nur bedingt
    mit dem Wohlstand der Menschen und der Nachhaltigkeit des
    Wirtschaftens verknüpft sind, sollen daher nicht mehr alleinige
    Orientierungsgrößen für die Wirtschaftspolitik sein.

    Das Leitbild der Piraten ist eine Ordnung, die sowohl freiheitlich
    als auch gerecht als auch nachhaltig gestaltet ist.

    Da Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit universelle
    Grundwerte sind, wollen wir auch über den nationalen Rahmen hinaus
    auf die Berücksichtigung dieser Werte hinwirken.

    Freiheitlich ist eine Gesellschaftsordnung, in der die
    individuelle Entfaltung des Menschen im Mittelpunkt steht. Sie wird
    durch das Gemeinwohl sowohl gestärkt als auch beschränkt. Deshalb
    sind Freiheit und Verantwortung untrennbar miteinander verbunden.

    Gerecht bedeutet, dass die Rahmenbedingungen in Wirtschaft
    und Gesellschaft so gestaltet sind, dass sowohl eine Teilhabe als
    auch ein angemessenes Leben grundsätzlich gewährleistet werden.

    Nachhaltig ist ist ein auf Dauer angelegter,
    verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen und der Umwelt. Die
    Haushalts- und Subventionspolitik, sowie das Finanzsystem, müssen
    dem Menschen und der Realwirtschaft langfristig dienen.
    Zum
    Seitenanfang

    Wirtschaftspolitik

    Die Wirtschaftspolitik der Piratenpartei basiert auf einem
    humanistischen Menschenbild und ist bestimmt von Freiheit,
    Transparenz und gerechter Teilhabe. Auf diesem Fundament stehen
    unsere Konzepte für eine freiheitliche und soziale
    Wirtschaftsordnung, deren Ziel die selbstbestimmte Entfaltung und das
    Wohlergehen aller Menschen ist.

    Weltweite Vernetzung und Digitalisierung machen ganz neue Formen
    der Produktion, der Arbeit und des Austausches möglich. Diese neuen
    Formen des Wirtschaftens bieten enormes Potential, erfordern aber
    auch eine Weiterentwicklung der Wirtschaftsordnung. Hier bietet sich
    die Chance, einen zentralen Bereich der Gesellschaft politisch neu zu
    gestalten.
    Dabei ist für Piraten Wirtschaftspolitik nicht gleich
    Wachstumspolitik. Die über den Markt verkauften Güter und
    Dienstleistungen sind nur ein sehr unvollständiges und zuweilen
    irreführendes Maß für den Wohlstand und für die Lebensqualität
    in einer Gesellschaft. An diesen Steuerungsgrößen allein darf sich
    Wirtschaftspolitik nicht ausrichten, sie muss sich stattdessen den
    individuellen Lebensentwürfen der Menschen öffnen, unabhängig
    davon, wie stark diese ins Wirtschaftsgeschehen eingebunden sind. Die
    Wirtschaftspolitik der Piratenpartei soll den Rahmen zur
    Verwirklichung dieser Lebensentwürfe in einer globalisierten
    Wirtschaft schaffen.

    Zum
    Seitenanfang

    Ökologie

    Die Piratenpartei setzt sich für einen nachhaltigen Umgang mit
    natürlichen Ressourcen ein. Dazu gehört auch, dass die
    wirtschaftliche Nutzung von natürlichen Ressourcen so bepreist ist,
    dass eine Ausbeutung auf Kosten der Allgemeinheit nicht möglich ist.

    In der Umstellung auf regenerative Energiequellen und in der
    Dezentralisierung der Erzeuger- und Verteilungsstrukturen sehen wir
    großes Potential für die deutsche Wirtschaft, gerade für kleine,
    innovative Unternehmen. Wir werden dazu beitragen, dass dieses
    Potential genutzt wird und dadurch bundesweit Innovationen und
    Arbeitsplätze entstehen.
    Zum
    Seitenanfang

    Verbraucherschutz

    Damit eine freie Marktwirtschaft auch sozial ist, müssen die
    Rechte der Konsumentinnen und Konsumenten gegenüber der Macht der
    Anbieter gestärkt werden. Dies kann jedoch nicht durch weitere
    Bevormundung des Einzelnen und wenig sinnvolle Warnungen geschehen.
    Die Piratenpartei will stattdessen Produzenten und Dienstleister dazu
    verpflichten, umfassende und verständliche Informationen bezüglich
    ihrer Produkte und deren Herstellung öffentlich bereitzustellen. Die
    Möglichkeiten, die neue Medien hier bieten, sollten nicht nur für
    Werbung sondern auch solche Informationen genutzt werden. Nur
    informierte Konsumierende können frei entscheiden, wofür sie ihr
    Geld ausgeben und damit direkten Einfluss auf die Anbieter
    ausüben.
    Zum
    Seitenanfang

    Arbeitsmarkt

    Arbeit und Mensch

    Arbeit ist für uns nicht nur eine handelbare Ware, sondern immer
    auch die persönliche Leistung eines Menschen. Es ist daher ein Gebot
    der Menschenwürde, dass jeder Mensch frei entscheiden kann, welchen
    Beruf er ausüben will und welche Arbeit er annehmen will, aber auch,
    dass diese Leistung entsprechend gewürdigt wird.

    Die technologische Entwicklung ermöglicht es, dass nicht mehr
    jede monotone, wenig sinnstiftende oder sogar gefährliche Aufgabe
    von Menschenhand erledigt werden muss. Wir sehen dies als großen
    Fortschritt, den wir begrüßen und weiter vorantreiben wollen. Daher
    betrachten wir das Streben nach absoluter Vollbeschäftigung als
    weder zeitgemäß noch sozial wünschenswert. Stattdessen wollen wir
    uns dafür einsetzen, dass alle Menschen gerecht am Gesamtwohlstand
    beteiligt werden und werden dazu die Einführung eines
    bedingungslosen Grundeinkommens prüfen.
    Zum
    Seitenanfang

    Mindestlohn
    als Brückentechnologie

    Es gehört zu den Aufgaben des Staates sicherzustellen, dass auch
    im freien Markt die Menschenwürde respektiert wird. Wer voll
    berufstätig ist, darf nicht unter der Armutsgrenze leben und auf
    staatliche Zusatzleistungen angewiesen sein. Zudem verzerren
    Dumpinglöhne die Wettbewerbsbedingungen innerhalb und zwischen
    freien Märkten.
    Um allen Menschen eine würdige Existenz und die
    Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, werden wir uns
    daher für einen bundesweiten gesetzlichen Mindestlohn einsetzen.
    Mittelfristig wollen wir jedoch mit dem “Recht auf sichere
    Existenz und gesellschaftliche Teilhabe” ein umfassenderes
    System zur allgemeinen, bedingungslosen Existenzsicherung
    etablieren.
    Zum
    Seitenanfang

    Betriebliche
    Mitbestimmung

    Die Piratenpartei tritt für die stärkere Demokratisierung der
    Wirtschaft ein. Dieser Prozess findet aber nicht nur auf der Ebene
    von Staat und Markt statt, sondern auch innerhalb einzelner
    Unternehmen. Das Arbeitsumfeld ist ein wesentlicher Teil des
    Lebensumfeldes, auf das Menschen einen angemessenen
    Gestaltungsanspruch haben, der letztendlich auch den Unternehmen
    zugute kommt. Wir werden daher die existierenden Mitbestimmungsrechte
    für Angestellte verteidigen und wo nötig weiter ausbauen. Die
    Beteiligung der Mitarbeiterbasis an der Unternehmensführung
    begünstigt sozialere und nachhaltigere Entscheidungsfindung sowie
    unternehmerische Innovationen.
    Zum
    Seitenanfang


    Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft in Kammern und Verbänden
    (ausgenommen Rechtsanwalts-, Notar- und Ärztekammern)

    Die Piratenpartei tritt für die Abschaffung der
    Zwangsmitgliedschaft in Kammern und Verbänden wie der Industrie- und
    Handelskammer (IHK) sowie der Landwirtschafts- oder Handwerkskammer
    ein. Rechtsanwalts-, Notar- und Ärztekammern sind von diesem Ziel
    nicht erfasst.
    Zum
    Seitenanfang

    Globalisierung

    Die zunehmende weltweite Vernetzung sehen wir grundsätzlich als
    positive und bereichernde Entwicklung. Das Internet mit seinen fast
    unbegrenzten Möglichkeiten wird dabei ein immer bedeutenderer
    Wirtschaftsfaktor, der weit über nationale Politik hinausgeht. Der
    weltweite Ausbau eines freien Internets ist daher nicht nur ein
    ideelles, sondern auch ein wirtschaftspolitisches Ziel der
    Piratenpartei.

    Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Globalisierung dem
    Gemeinwohl aller Menschen dient. Konkret heißt das, dass wir uns
    dafür einsetzen werden, die Rechte der Menschen in weniger stark
    industrialisierten Ländern am Weltmarkt zu stärken, und dass wir in
    zunehmend vernetzten Märkten für den Angleich und die Verbesserung
    der Rahmenbedingungen für alle Arbeitnehmerinnen und Konsumenten
    eintreten werden.
    Zum
    Seitenanfang

    Rentenpolitik

    Wir Piraten setzen uns für eine nachhaltige Bekämpfung der
    Altersarmut, die direkte Folge der über Jahrzehnte verfehlten
    Rentenpolitik ist, ein. Auch für das langfristige Ziel eines
    bedingungslosen Grundeinkommens wird das Rentensystem angepasst.
    Jeder Rentner soll im Alter eine Mindestrente erhalten, welche eine
    sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Deshalb
    muss das bisherige Rentensystem so umgestaltet werden, dass die
    zukünftigen Rentner wieder von einer sicheren Rente im Alter
    ausgehen können. Um diese Ziele zu erreichen, muss das Rentensystem
    so umgestaltet werden,dass die Einnahmebasis verbreitert und die
    Stärkeren sich angemessen mit Beiträgen an der Rentenversicherung
    beteiligen.

    Grundsätzliche
    Vorgehensweise zur Grundrente

    Alle bestehenden Rentensysteme, berufsständische
    Versorgungssysteme und Pensionen im öffentlichen Dienst werden zu
    einer Rentenkasse zusammengeführt.

    Alle steuerpflichtigen Einkommen und Kapitalerträge werden zur
    Zahlung von Rentenbeiträgen verpflichtet. Keine Berufsgruppe wird
    ausgenommen, die Bemessungsgrenze soll entfallen. In die Rentenkasse
    zahlen alle in Deutschland lebenden Menschen einkommensabhängig ein.

    Die Beiträge von Selbstständigen werden sich an ihren jeweiligen
    Unternehmenszahlen orientieren, sodass diese in ihrer Existenz nicht
    gefährdet werden.

    Die Rentenbezüge bewegen sich in einem Korridor von Mindest- bis
    Maximalrente.

    Die Renten werden jährlich um einen Faktor, der die
    Inflationsrate berücksichtigt angepasst. Dieser Faktor
    berücksichtigt außerdem die Änderung weiterer Kosten, wie zum
    Beispiel Gesundheitskosten.

    Die staatliche Rentenkasse verwaltet sich eigenverantwortlich,
    ohne direkten Zugriff durch den Staat. Der Staat schafft den
    gesetzlichen Rahmen. Die Rentenkasse ist für die Rente
    zweckgebunden!
    Zum
    Seitenanfang

    Europa

    Wir Piraten sind uns der Bedeutung der europäischen Einigung für
    Frieden, Freiheit, Wohlstand und Rechtsstaatlichkeit auf diesem
    Kontinent bewusst. Wir erkennen an, dass diese Errungenschaften weder
    selbstverständlich noch garantiert sind, sondern eines ständigen
    aktiven Einsatzes und Ausgestaltung durch die Menschen in Europa
    bedürfen.

    Als Teil einer transnationalen politischen Bewegung, deren
    Kommunikationsraum keine staatlichen Grenzen kennt, sehen wir uns in
    einer besonderen Verantwortung, den Bestand der europäischen Idee
    sicherzustellen. Ziel ist es, sie unter Einbeziehung der historisch
    gewachsenen kulturellen Unterschiede innerhalb Europas
    fortzuentwickeln. Dabei sehen wir unsere europäischen Nachbarn als
    Mitglieder einer Familie. Europapolitik ist keine Außenpolitik.

    Unser Ziel ist es, ein durch eine gemeinsame Verfassung
    konstituiertes rechtsstaatliches, demokratisches und soziales Europa
    zu gestalten. In einem Europa der Bürger und Regionen steht der
    Mensch mit seinem Handeln im Mittelpunkt. Möglichkeiten der
    Bürgerbeteiligung am politischen Prozess auf europäischer,
    nationaler, regionaler und lokaler Ebene müssen transparent, einfach
    wahrzunehmen, barriere- und kostenfrei gestaltet werden, um die
    Demokratie und mit ihr die europäische Einigung zu stärken.
    Zum
    Seitenanfang

    Außen- und
    Sicherheitspolitik

    Piraten denken und handeln global. Wir formulieren nicht die
    Interessen Deutschlands oder Europas, sondern eine Außenpolitik,
    welche die Bedürfnisse aller Menschen im Blick hat.

    Leitmotiv des globalen Handelns der Piratenpartei ist das
    Engagement für Menschenrechte und eine gerechte Wirtschafts- und
    Gesellschaftsordnung. Wir treten weltweit für die Förderung der
    Zivilgesellschaft und die Lösung von Konflikten mit friedlichen
    Mitteln ein.

    Wir Piraten setzen uns für zivile Konfliktlösungen ein und
    wollen die Friedens- und Konfliktforschung stärker fördern. Wir
    unterstützen das Konzept von unbewaffneter, ziviler
    Krisenprävention.

    National wie international sind wir für mehr Demokratie und
    Bürgerbeteiligung und unterstützen auf diesem Weg diejenigen, die
    mehr Demokratie wagen. Als Teil der transnationalen Piratenbewegung
    ist für uns Gerechtigkeit in einem Land auf Kosten der Gerechtigkeit
    in einem anderen Land nicht akzeptabel.

    Das Recht auf sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe ist
    international gültig und kann nicht nur nationalstaatlich gesichert
    werden. Deshalb sind mittelfristig möglichst alle Staaten und alle
    Bürger demokratisch einzubinden. Dies erfordert die Aufwertung und
    Demokratisierung internationaler und transnationaler Organisationen
    wie EU und UNO.

    Die Förderung von Kultur und Wissen sowie der Ausgleich zwischen
    den Ansprüchen von Urhebern und Öffentlichkeit sind globale
    Anliegen. Der freie Austausch von Informationen, Waren und Gütern
    begründet und bedeutet gemeinschaftlichen Fortschritt. Gegenläufige
    Strukturen, oft durch Spezialinteressen global verankert, gilt es zu
    überarbeiten.

    International wollen wir geeignete Rahmenbedingungen für offene
    Märkte und freien Informationsaustausch herstellen. Viele
    gegenwärtige wirtschaftspolitische Absprachen öffnen Märkte nicht,
    sondern sichern einmal erworbene Vorteile z.B. durch Handelsabkommen
    und Subventionen ab. Dies ist vielfach zum Nachteil aller Verbraucher
    sowie zum Nachteil vieler Volkswirtschaften.

    International ist Transparenz in den Verhandlungen und Verträgen
    ebenso wichtig wie im nationalen Rahmen. Jeder Bürger hat das Recht
    auf Einsicht in alle Unterlagen, da es seine Politik ist – und nicht
    die Politik und der Herrschaftsanspruch von Anderen.

    Jeder Mensch hat Anspruch auf Ernährung, Bildung, eine
    medizinische Grundversorgung; freie Religonsausübung und sexuelle
    Selbstbestimmung. Wir sehen uns konkret gefordert, diesen Anspruch
    auch weltweit praktisch überall auf der Welt einlösbar zu machen.

    Die Teilhabe am digitalen Leben ist ein weltweites Gut. Zur
    Verwirklichung einer gerechteren Welt ist der freie Informations- und
    Meinungsaustausch innerhalb einer werdenden transnationalen
    Gemeinschaft entscheidend. Die Möglichkeit zur gleichberechtigten
    Teilhabe jedes Individuums, insbesondere zu Anliegen, die einen
    selbst betreffen, ist sicherzustellen.